Raus aus der Scheiße: Ende der Antifademo durch das Drecksnest Bornhagen | 5. Mai 2016

Kurzmitteilung

Weil es so schön war, der dörflichen Idiotie zu entsagen, hier nochmal ein Video vom Ende der Demo durch das Drecksnest Bornhagen.
Es spielten die Bands: NTFK, ADAB, GEKO

“Straight to hell! Weg mit den braunen Zonen! Weg mit der AFD!” [youtube playlist]

FAZ 6.5.2016 | Ein Himmelfahrtsprotest gegen Gefühlszonis. Linke Gruppen kommen nach Bornhagen, in den Wohnort des AfD-Manns Björn Höcke – ihre Wut richtet sich aber vor allem gegen die Provinz

Die Redebeiträge zur Demo im Eichsfeld sind hier nachzulesen:
http://nokrauts.org/2016/05/redebeitraege-zur-demonstration-straight-to-hell-in-bornhagen/

Bilderreihe: https://www.flickr.com/photos/lionelcbendtner/sets/72157667942386086

Presseshow following up straighttohellbornhagen.wordpress.com/presseschau/

Weitere Berichte in der youtube Playlist: Weiterlesen

Redebeiträge zur Demonstration “Straight to hell!” in Bornhagen

Die Redebeiträge zur Demonstration “Straight to hell!” (Weg mit den braunen Zonen! Weg mit der AFD!) im thüringischen Eichsfeld können hier nachgelesen werden.

Redebeitrag AG NTFK Halle [PDF]

Redebeitrag GEKO Halle [PDF]

Redebeitrag ASSOCIATION PROGRÈS [EXT]

Wer vom Islam nicht reden will,
sollte auch von der AfD schweigen

Redebeitrag von No Tears for Halle aus dem Organisationsbündnis zur Demonstration „Straight to Hell!“ am 5. Mai 2016 in Bornhagen.

 

Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen,

die Bornhagener Himmelfahrtsmeute interessiert sich nicht besonders für das, was wir zu sagen haben. Darum ein paar Worte an Euch: Als wir und unsere Freunde von der Antideutschen Aktion Berlin uns vor ein paar Monaten entschlossen haben, die Genossen aus dem Eichsfeld mit einer Demonstration zu unterstützen, hätten wir nie mit einer solchen Resonanz gerechnet. Denn ganz ehrlich: Wann wurden die Organisatoren eines kleinen Dorfumzugs schon einmal bei Spiegel Online, bei Tagesschau.de oder in der Bild-Zeitung zitiert? Und wann hat eine antideutsche Demonstration schon einmal so viel Zuspruch bei Leuten gefunden, die Nationalismus für eine Kopfsache halten, die mit einer kollektiven Klatschübung auf Marschrhythmusbasis vertrieben werden kann? Weiterlesen

Das tothe Thier

Kurzmitteilung

Thote ThierDas tothe Thier

Nach zehn Ausgaben stellen wir die Zeitschrift Das Grosse Thier hiermit ein und gestehen: Es war alles nur ein grosser Witts.

Wer hätte gedacht, dass einer der größten Gags der an Witzen so reichen ostzonalen Antifa-Geschichte der letzten Jahre gleich zweimal funktioniert. Vielleicht erinnert sich noch jemand: Vor vier Jahren boten wir der linken Leipziger Jungakademikerzeitschrift Phase 2 einen bei einem Kasten Bier entstandenen Artikel an, in dem wir der Kleinkinderserie ALF einen subversiven und emanzipatorischen Charakter andichteten. Zudem schlugen wir den Bogen zur inzwischen so beliebten Gendertheorie und behaupteten, dass der Außerirdische mit der femininen Körperbehaarung und der engelsgleichen Stimme auch in dieser Hinsicht Herausragendes geleistet habe. Zu unserer Überraschung winkte die Redaktion den Text, der zu mehr als 70 Prozent aus Fragwürdigkeiten, Lügen und Mumpitz bestand, durch und veröffentlichte ihn. Damit war die von der Phase 2 kurz zuvor gestellte Frage beantwortet, die uns überhaupt erst zum Schreiben des Artikels veranlasst hatte: Wie ist es um linke Medien bestellt? Unsere Antwort lautete: Linke Medien stehen mit Wahrheit und Vernunft auf Kriegsfuß. Sie sind darüber hinaus nicht nur der Ort, an dem private Vorlieben weltanschaulich aufgenordet werden können, sondern auch bereit, jeden Unsinn zu drucken, wenn er nur im richtigen Jargon verfasst ist.
Unseren abschließenden Text zu der Angelegenheit beendeten wir mit der Aussage, dass vielleicht alles doch ganz anders ist. Vielleicht, so hofften wir damals, bekennt sich die Redaktion der Phase 2 demnächst dazu, dass nicht nur der ALF-Text, sondern sämtliche Artikel des Blattes ein subversiver Anschlag auf die Dummheit, den Konformismus und die Autoritätshörigkeit der Linken sind. Durch ein solches Geständnis hätte das Phase-2-Publikum, das den Quark des Blattes Jahr für Jahr geschluckt hat, vor sich selbst erschrecken können – was nicht das Schlechteste gewesen wäre. Man muss die Menschen vor sich selbst erschrecken lassen, um ihnen Courage zu machen, schreibt Marx ja irgendwo sinngemäß.
Diese Hoffnung auf einen großen Masterplan der Phase-2-Redaktion war zwar äußerst naiv. Es war jedoch eine Idee geboren wurden: Wir beschlossen, eine Zeitschrift zu gründen, die den linken Zeitgeist und die postantideutsche Antifaszene mit ihrer wiedergewonnenen Begeisterung für jeden noch so hanebüchenen linken Bewegungsunsinn – von der neuen Anziehungskraft der „Klasse“ bis zum garantiert szenigen Dresscode – bedient. Das Blatt sollte mit aufgeblähten Nonsens-Artikeln gefüllt werden, um in der Hoffnung auf das Erschrecken der Leserschaft über sich selbst, das manchmal durchaus heilsame Folgen für die eigene Selbstreflexion und Vernunft haben kann, irgendwann die Bombe platzen zu lassen. Der Name des Heftes war schnell gefunden: Das grosse Thier.
Auch die Herausgabe selbst war nicht sehr schwer. Wir setzten uns gelegentlich zusammen, besorgten uns stärkere Getränke als Bier und mixten folgende Zutaten: philosophisch aufgenordete, meist um ein wenig Hegel, Marx oder den Situationismus aufgepeppte Worthülsen, mit denen das theoretische Bedürfnis bedient werden sollte, Kleinkinderwitze, Schülerzeitungshumor und viel Gerede von der Avantgarde vergangener Tage. Trotz des Geblubbers von Antiautoritarismus und Gleichberechtigung will der um Distinktion bemühte Feld‑, Wald- und Wiesenlinke nämlich lieber Vor- als Nachturner sein. Das ganze verbanden wir mit der obligatorischen Fünf-vor-Zwölf-Rhetorik („bald-geht-die-Welt-unter-aber-außer-uns-stört-sich-niemand-daran“), die dem existenzialistischen Bedürfnis der Leserschaft entgegenkommen sollte, und, unmittelbar damit verbunden, Poesiealbumsweltschmerz. Zusammen mit einem lieblos zusammengeschusterten Layout entstand dabei ein kleines Heftchen, das jeder Leser aufgrund des kompletten Verzichts auf Inhalt, Stringenz, Logik und Lesbarkeit entnervt hätte links liegen lassen müssen.
Das Gegenteil passierte: Zwar hatten wir damit gerechnet, dass sich bereits mit der ersten Ausgabe ein fester Leserkreis zusammenfand, den das Heft begeisterte. Immerhin kennen wir die Linke und ihre Vorliebe für sinn- und hirnloses Gestammel. Nicht gerechnet hatten wir allerdings damit, dass das Blatt eine so große Resonanz erhielt, dass uns von den Lesern haufenweise Artikel für mehrere Ausgaben angeboten wurden, die unser eigenes, im Stroh-80-Rausch fabriziertes Gebrabbel für das Grosse Thier noch unterboten. Wir entschieden uns, die Sache noch ein wenig laufenzulassen und setzten die Herausgabe fort. Unsere Hoffnung: Irgendwer muss doch irgendwann durchschauen, dass das Heft nicht ernst gemeint sein kann. Leider Fehlanzeige, die Fangemeinde wuchs und auch die Artikelangebote nahmen nicht ab.
Da zehn Hefte nun wirklich genug sind und wir schlichtweg keine Lust mehr haben, darauf zu warten, dass jemand unser Fake durchschaut, stellen wir hiermit die Herausgabe der Zeitschrift Das grosse Thier ein. Wir hoffen, dass sich die bisherigen Leser für ihre Begeisterung schämen, bei ihrer nächsten Lektüre genauer hinschauen und ausnahmsweise einmal ihren Kopf einschalten. Groß ist unsere Hoffnung allerdings nicht.

No Tears for Krauts, 04/2016

Straight to Hell! Weg mit den braunen Zonen! Weg mit der AfD!

Demonstration an Himmelfahrt (Donnerstag, 5. Mai), 15:00 Uhr in Bornhagen/Thüringen.

Bornhagen ist ein Nest im Thüringischen Eichsfeld. Dort wohnt nicht nur der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, die wohl unangenehmste Gestalt der an unangenehmen Gestalten nicht gerade armen Führungsriege der Partei. Bornhagen steht vielmehr pars pro toto für die Dutzenden Käffer, in denen die Alternative Futterneid, Enthemmung und Wutbürgertum heißt. Vermiesen wir dem Thüringer AfD-Häuptling und seinem Wahlvolk durch unsere bloße Anwesenheit ihr Himmelfahrtsvergnügen und sagen: Go straight to Hell!

s2h-headercheck this out: straighttohellbornhagen.wordpress.com

Hier der Aufruf:

 

Spätestens seit den letzten Landtagswahlen sind sich alle einig. Selbst diejenigen, die angesichts von Pegida, der Nazi-Riots von Freital oder Heidenau noch von einem ostzonalen Problem sprachen, glauben seit dem Einmarsch der AfD in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zu wissen: Der wutbürgerliche Anti-Establishment-Gestus, der seinen organisatorischen Ausdruck in der Truppe um Frauke Petry, Alexander Gauland und Björn Höcke gefunden haben, ist ein gesamtdeutsches Phänomen.
In der Tat zeigen die Wahlergebnisse von bis zu 15 Prozent im Westen, dass die AfD auch dort über eine große Anhängerschaft verfügt. Dennoch basiert die Rede von einem gesamtdeutschen Phänomen oder, direkt damit verbunden, einem flächendeckenden rassistischen Normalzustand vielfach auf einem interessierten Missverständnis. Vor allem den Vertretern des etablierten ostdeutschen Politbetriebes – von den ehemaligen Blockflöten bis zur Linkspartei – ist daran gelegen, die Amokläufe der Landeskinder/Ost zu verharmlosen, indem sie diese mit den Vorgängen jenseits der ehemaligen Zonengrenze aufwiegen. Weiterlesen

In Halle werden die Dummen nicht alle!

Nachdem gestern der hallische Außenminister Hans Dietrich Genscher verstarb, begann prompt der obligatorische Chor der ergriffenen Laudatoren von der Größe des Staatsmannes etc. zu schwärmen. Dem schließen wir uns selbstverständlich nicht an. Wir bleiben bei dem, was wir schon 2012 in einem Flugblatt anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 85. Geburtstag festhielten.

Was ist nötig, um zum Ehrenbürger Halles ernannt zu werden? Richtig: Es ist (1.) von Vorteil, in Halle oder Umgebung geboren worden zu sein wie Louis Jentzsch, Gustav Hertzberg und Carl Dryander. Die Saalestadt hat es sich in ihrer Provinzialität gemütlich eingerichtet und will dort auch nicht so schnell heraus. Darüber hinaus ist es (2.) von Vorteil, der Staatsräson alle anderen Dinge unterordnen zu wollen, wie der Erstweltkriegsgeneral und spätere Rechtsaußen-Reichspräsident Paul von Hindenburg, der 1933 zum Ehrenbürger Halles ernannt wurde. Und es ist (3.) von Vorteil NSDAP-Mitglied gewesen zu sein wie Adolf Hitler und Hermann Göring, denen 1933 und 1934 die hallische Ehrenbürgerwürde verliehen wurde.

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Trutzburg Würzburg

Die Vergangenheitsbewältigung trägt in Würzburg derart anachronistische Züge, dass man zumindest in dem Punkt das Gefühl bekommt, die Berliner Republik sei an der Stadt spurlos vorbeigezogen. Kernstück des Würzburger Opfermythos ist die zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer der Bombardierung der Stadt durch die alliierten Luftstreitkräfte am 16. März 1945, die den Namen „Lichtergedenken“ trägt. Burschis, die andächtig ihre Mütze vom Kopf ziehen und schwarze Fahnen tragen, schweigen dort für 20 Minuten – so lange dauerte der alliierte Angriff – gerührt zum Glockengeläut, einträchtig neben Vertretern der katholischen Kirche und Ökobauern mit Teelichtern in der Hand. Da es in Würzburg niemanden gibt, der gegen das Trauerspiel Einspruch erhebt, entschied sich die AG No Tears For Krauts das Schweigen mit Flugblättern zu stören. Die Kritik kam erwartungsgemäß gut an. Unzählige Flugblätter wurden zerknüllt, zerrissen und verstimmt zurückgegeben. Der Dompfaffe („Das ist mein Platz! Habt ihr eine Genehmigung?“) drohte an, dass wir noch von ihm hören werden. Die Vertreter der NTFK waren übrigens nicht allein in Würzburg. Unterstützt wurden sie von amerikanischen Kampfjets.

[PDF] Ein Flugblatt der „Ag No Tears For Krauts“ gegen das Lichtergedenken.

Sehr geehrte Damen und Herren,

selbstverständlich sind auch Sie gute Würzburger. Darum haben Sie sich heute vor dem Dom eingefunden, um der Bombardierung Ihrer Stadt am 16. März 1945 zu gedenken. Das Wörtchen „erinnern“, das in mancher Ankündigung für die heutigen Gedenkveranstaltungen gebraucht wird, wäre an dieser Stelle das falsche Verb. In Würzburg muss niemand an die Bombennacht erinnert werden. Denn ohnehin entkommt keiner, der in diesem Kaff verbringt, Ihrem Opferkult. Auf Schritt und Tritt wird man auch jenseits des heutigen Tages vom Gedenken an die Bombardierung behelligt – egal ob im Fußballstadion, auf dem Hauptfriedhof, in der Kirche oder im Museum. Der 2011 neu eingerichtete Dokumentationsraum zur Bombardierung ist einer der wenigen Orte der Stadt, den man nach 20.00 Uhr noch besuchen kann, während sonst kein Laden mehr geöffnet hat. Das Gedenken ist hier gute Sitte und nichts bringt mehr Menschen auf die Straße, als das heutige Lichtergedenken – 15.000 waren es im vergangenen Jahr. Weiterlesen

Flugblatt: Faszination Klerikalfaschismus

Das Flugblatt wurde bei der Veranstaltung unter dem Titel »Unterwegs auf der ‘Achse des Bösen’ – Gesichter des Iran«, zu der das Gemeindehaus St. Norbert in Halle geladen hatte, verteilt. Laut Ankündigungstext wollten die Vortragenden “versuchen einen eigenen, persönlichen Blick hinter das negative Image dieses Landes zu werfen, welches in unseren Medien oft als „Gottes-Staat“, „Mullah-Regime“ oder sogar „Reich des Bösen“ (G.W. Bush) bezeichnet wird.” Ihren Reisebericht stellten sie unter der Frage »Reich des Bösen oder uralte Zivilisation?« vor.

Flugblatt – Iranveranstaltung als PDF

Nachtrag: Auch die Kletterottos vom Geoquest Halle huldigen dem Weltmeister des Terrorismus

Der iranische Gottesstaat hat erst vor kurzem das auf die Ermordung des Schriftstellers Salman Rushdie ausgesetzte Kopfgeld auf 600.000 Dollar erhöht. Die 1989 vom Revolutionsführer Khomeini ausgesprochene Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, das das Todesurteil auf blasphemische Schriften beschließt, hatte eine Welle der Gewalt zur Folge. In Großbritannien wurden Bombenanschläge auf Buchhandlungen ausgeführt, die Rushdies Buch verkauft hatten. Der japanische und der italienische Übersetzer des Buches wie auch sein norwegischer Verleger wurden ermordet. Rushdie selbst entging mehreren Mordanschlägen und ist seither gezwungen, unter schwerer Bewachung ein Leben im Untergrund zu führen. 27 Jahre nach der Verhängung des Todesurteils erneuerten vierzig staatliche Medien im Iran jetzt den Mordaufruf gegen den Schriftsteller. Gelten Medien anderswo als Wahrer der Meinungs- oder Religionsfreiheit, stehen die staatlichen iranischen Medien für das genaue Gegenteil: Im Dienste eines islamistischen Gottesstaates treiben sie die Verfolgung eines Schriftstellers voran, dessen einziges ‚Verbrechen‘ darin bestand, ein Buch geschrieben zu haben, das den Missfallen des totalitären Ideologen Khomeinis und seiner Nachfolger erregt hat.
Die gegenstandslose Hoffnung auf eine gemäßigte Politik des Iran infolge des Atomdeals, der als krisenstabilisierender Partner im Nahen Osten gesehen wird, hat sich erwärtungsgemäß blamiert. Diesem totalitären Regime, das jeden Aufschein individueller wie gesellschaftlicher Emanzipation verfolgt und zerstört, das Widerstand gegen die klerikalfaschistischen Schicksalsbestimmungen der Mullas mit dem Tod bestraft, dem Gottesstaat also, der im Yemen einen erbarmungslosen und folgenschweren Bürgerkrieg austrägt und weiterhin unablässig mit der Vernichtung des jüdischen Staats droht, wird trotzdem von deutschen Regierungsvertretern die Treue gehalten.

Trotz allem, oder gerade deswegen, will dem der deutsche Normalotto in Nichts nachstehen. So veranstalteten die Kletteridioten “Gerald & Chris” einen Reisevortrag unter dem völlig unironisch gemeinten Titel “Iran: Land der Gastfreundschaft”.
Wer angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Lebensbedingungen im Iran, aus welchen narzisstischen Gründen auch immer, in schamlosem Affirmationskitsch die politische Ideologie des Islam ausblendet, macht gemeinsame Sache mit den Gotteskriegern, betreibt aktiv Propaganda für das klerikalfaschistische Regime und verhöhnt niederträchtig dessen Opfer.

[PDF] Faszination Klerikalfaschismus – Iran Weltmeister des Terrorismus [PDF]

Gegen die Apologie des Terrors - STOP IRAN NOW!

Gegen die Apologie des Terrors

 

Liebe Iranfreunde,
geehrte Gemeindemitglieder,

anders als das Ehepaar Ellermann, das  heute  Abend  zu  einer  audio-visuellen  Reise in den  Iran  in  das Gemeindehaus St. Norbert einlädt, waren Sie vielleicht noch nicht persönlich in der Islamischen Republik. Aber auch Sie kennen den Iran hinreichend  aus den  Medien,  um von  Land  und  Leuten  begeistert zu sein. Ihre Faszination gilt allerdings  weniger  der  kargen  Landschaft  zwischen  dem  Kaspischen Meer und dem Persischen Golf, die so  abwechslungsreich  ist  wie  die Magdeburger Börde. Es sind auch nicht  die  alten  Perserstädte  Isfahan und Persepolis, die ihre Sehnsucht  geweckt haben.  Stattdessen ist  es  die  Faszination  Klerikalfaschismus, die Sie heute hierher geführt hat, um einer anheimelnden Liebeserklärung  an  eine  der  grausamsten Despotien dieser Welt zu lauschen. Weiterlesen

Das Nachleben des Nationalsozialismus | Konferenz der AG Antifa Halle

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Das Nachleben des Nationalsozialismus, Konferenz der AG Antifa Halle

Einladung zur Konferenz der AG Antifa am 5.12.2015 Halle (Saale)

Saturday, December 5 at 1:00pm
Burse zur Tulpe, Universitätsplatz Halle

Das Nachleben des Nationalsozialismus.
Konferenz der AG Antifa

70 Jahre nach Kriegsende: Die alten Nazis, die das öffentliche Leben der Bundesrepublik lange prägten, sind tot, die Staatsdoktrin heißt Antifaschismus. So gilt der 8. Mai 1945 den Deutschen längst nicht mehr als Datum der Niederlage, sondern als Tag der Befreiung. Die Bundeskanzlerin nutzte jüngst selbst ihre Neujahrsansprache, um zum Kampf gegen Neonazis und andere tatsächlich oder vermeintlich Ewiggestrige aufzurufen. Hunderttausende folgten ihrem Appell und gingen gegen Pegida und Co. auf die Straße. Wer die ausländerfeindlichen Aufwallungen der letzten Monate, so widerwärtig sie auch sind, vor diesem Hintergrund zu Vorboten eines neuen ’33 erklärt, tut das, was den Konservativen oft von linker Seite vorgeworfen wurde: Er relativiert den Nationalsozialismus.

Eine ähnliche Verharmlosung betreiben auch diejenigen, die die gegenwärtige deutsche Außenpolitik immer nur mit der des „Dritten Reiches“ assoziieren. Die Imperative, die in der einstigen Reichshauptstadt in internationaler Hinsicht formuliert werden, heißen nicht mehr Eroberungswillen und Kampfesmut, sondern Friedensstiftung und Ausgleich. Die Bundesrepublik steht dementsprechend, wie vor einiger Zeit ermittelt wurde, auf dem ersten Platz der Länder, die weltweit das größte Ansehen und die größten Sympathien genießen.

Aus all diesen Gründen stellt sich eine Reihe von Fragen: Lässt sich 70 Jahre nach dem Untergang des „Dritten Reiches“ und 25 Jahre nach dem Ende der Nachkriegsordnung noch von jenem Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie sprechen, das Theodor W. Adorno einst für gefährlicher hielt als gegen sie gerichtete Bestrebungen? Was hat sich im Verhältnis von Kontinuität und Bruch, das die Beziehung der Bundesrepublik zum NS-Staat einmal bestimmte, verändert? In welchem Verhältnis steht das neue Deutschland, das sich modern, weltoffen und geschichtsbewusst gibt, also zum Nationalsozialismus? Und was hat sich am deutschen Blick auf die Vergangenheit verändert? Diesen Fragen soll auf drei Podien nachgegangen werden.

Podium 1: 13:00–14:30 Uhr
Nationalsozialismus – Das Ende der Geschichte
Robert Zwarg (Leipzig) fragt angesichts interessierter Missverständnisse: War der Nationalsozialismus ein Nationalismus?
Jan-Georg Gerber (Halle) stellt Nationalsozialismus und Stalinismus gegenüber, um den Begriff der NS-Herrschaft zu schärfen: Willkür und Kalkül.

Podium 2: 15:00–16:30 Uhr
Erinnerung – German Gedenken
Jan Singer (Berlin)
führt aus, warum die Erinnerung an den Holocaust und das Gedenken an das Leiden der Wehrmachtssoldaten so gut zueinander passen: Unsere Opfer, unsere Täter.
Justus Wertmüller (Berlin) kritisiert die antideutsche Feld‑, Wald- und Wiesenauffassung des Nationalsozialismus: Von der Kritik zur Parole.

Podium 3: 17:00–18:30 Uhr
Postnazismus – Past and Present
Johannes Alberti (Halle) fragt, was im Karneval der Kulturen an die Stelle der autoritären Persönlichkeitsstruktur getreten ist: Wo wohnt eigentlich der autoritäre Charakter?
Uli Krug (Berlin) fragt, was aus der mobilisierten Gesellschaft geworden ist: Demokratische Volksgemeinschaft revisited.

antifa.uni-halle.de

facebook.com/agantifaschismus

Was heißt Antifaschismus heute?

Anlässlich ihres 20. Jubiläums stellte die AG Antifa die Frage, was Antifaschismus in den gegenwärtigen Verhältnissen bedeutet. Wir dokumentieren den ersten Teil der auf einer Veranstaltung gehaltenenen Beiträge.

Der folgende ist neben Beiträgen der AG Antifa (Halle) und Jörg Folta (Beatclub Dessau) erschie­nen in: Bon­jour Tris­tesse #19 (Herbst 2015)

AG »No Tears for Krauts« (Halle)
Wenn ich mich heute zur Frage »Was heißt Antifaschismus heute?« äußern soll, muss ich sagen, dass mir das schwer fällt. Die AG »No Tears for Krauts« war nie eine Antifa-Gruppe und sie wird es auch nie sein. Zwar haben wir nichts dagegen, wenn Nazis das Leben schwer gemacht wird. Skurrilerweise kümmern sich die Nokrauts sogar intensiver um so etwas als viele traditionelle linke Gruppen oder Cliquen in Halle, die ihren Antifaschismus wie eine Billigfuselfahne vor sich hertragen. An Protesten gegen Naziaufmärsche haben wir uns – zumindest in Halle – ebenfalls immer wieder beteiligt. Das alles passierte allerdings stets eher lustlos. Einerseits ist uns klar, dass die Nazis auf die Mappe verdient haben und ihnen kein Erfolg zu gönnen ist. Andererseits war es uns immer suspekt, mit SDAJ, PDS, OB und Co. an einem antifaschistischen Image für Halle zu stricken. Weiterlesen

Schlachtrufe Tröglitz

Kurzmitteilung

Schlachtrufe Tröglitz
Nachtrag zu einigen Demonstrationsparolen

Am 1. Mai führte ein antifaschistisches Bündnis aus Halle eine Demonstration in Tröglitz durch, einem Nest im Süden Sachsen-Anhalts. Zum einen richtete sie sich gegen die widerlichen Zustände vor Ort, wo Aggression und Hass zum Kulturerbe gehören und im konkreten Fall sich in der Auflehnung gegen den Beschluss des Bundeslandes Sachsen-Anhalt äußerte, Flüchtlinge in diesem Dorf unterzubringen. Zugleich wandte sich die Demonstration gegen jene, die Flüchtlinge in derart verwahrlosten Gegenden unterbringen wollen. Dem Aufruf folgten circa 240 Personen. Doch manche Demoparole ließ vermuten, dass dieser gar nicht von allen Teilnehmern zur Kenntnis genommen wurde.
Die Sprechchöre, von denen hier die Rede ist, gehören landesweit zum Inventar von Antifa- und Antirademos. Bereits diese Tatsache legt eine gewisse Beliebigkeit nahe. Kaum jemand schert sich darum, ob deren Aussage überhaupt dem Gegenstand der Demonstration angemessen ist. Wichtigstes Kriterium der Parolen scheint vielmehr zu sein, dass der ganze Demonstrationszug lauthals mitschallern kann.
Exemplarisch hierfür steht der Schlachtruf »Nationalismus raus aus den Köpfen«. Zur Kritik der Verhältnisse in Tröglitz ist er nur wenig geeignet. Denn was in diesem Dorf vor sich geht, ist mit dem Begriff Nationalismus nur unzutreffend beschrieben. Bezugspunkt des gegenwärtigen Zusammenrückens ist nicht die Nation, sondern allenfalls die Dorfgemeinschaft. Und auch deren Klammer ist allein der Hass auf den gemeinsamen Feind: die fremden Neuankömmlinge. Aus diesem Grund besitzt die aufblitzende Gemeinschaft nur eine geringe Halbwertzeit. Spätestens wenn das verbindende Thema aus dem Fokus gerät, werden die Dörfler wieder übereinander herfallen, um sich beim nächsten Fußballspiel gegen das Nachbardorf, anlässlich des Mobbings gegen den Dorftrottel oder bei der nächsten Kneipenschlägerei in neuer Konstellation zusammenzurotten. Solchen Zusammenschlüssen fehlt die Konstanz und sie fliegen so schnell wieder auseinander, wie sie entstanden sind. Dazwischen werden die Nachbarn mit Feindseligkeit und Missgunst übersäht. Betrachten klassische Nationalisten zumindest die Angehörigen einer Nation als Gleiche unter Gleichen, heißt es in Tröglitz alle gegen alle. Wie schon im Redebeitrag der AG »No Tears For Krauts« erläutert, ist der Grund dafür gerade in der Ferne staatlicher Institutionen zu finden. Sie sind vermittelnde Instanz zwischen den Einzelnen und halten deren ungehemmte Triebe im Zaum. Dem gemeinen Tröglitzer jedoch ist die Vermittlung ebenso fremd wie unliebsam. Anstatt eines Hoheliedes auf die Nation hört man aus Tröglitz das tägliche Wettern gegen die Institutionen und die Verfassung der Bundesrepublik. Zusammengefasst: In Tröglitz ist weniger ein klassischer Nationalismus zu beobachten, sondern vielmehr dessen Verfallsprodukt.
Wenn nun einige Demonstrationsteilnehmer nicht imstande sind, den Geschehnissen in Tröglitz einen brauchbaren Namen zu geben, so liegt das nicht allein in der allgemeinen Unzulänglichkeit von Demoschlachtrufen begründet. Sie geht einher mit der Unfähigkeit, die Verhältnisse auf einen Begriff zu bringen. Tatsächlich haben große Teile der Linken nur eine äußerst vage Vorstellung von Nation und Nationalismus. Den Spruch »Nationalismus raus aus den Köpfen« bekommen die Tröglitzer darum ebenso zu hören, wie klassische Neonazis oder die Anhänger des Zionismus. Die skizzierte Begriffsstutzigkeit gipfelt in einer skandalösen Parole, die eine Analogie zwischen den Todeszügen nach Auschwitz und den Abschiebungen von Flüchtlingen zieht: »Mord, Folter, Deportation – Das ist deutsche Tradition«. Vor lauter Unwillen, zwischen Nationalsozialismus und postfaschistischer Bundesrepublik zu unterscheiden, merken die grölenden Antifaschistischen anscheinend gar nicht, wie sie nebenbei und dennoch unverblümt den Holocaust verharmlosen.
Bezeichnend ist in dem Zusammenhang auch der Mobilisierungserfolg bei der Demonstration in Tröglitz. Folgten dem Aufruf trotz widriger Anreisebedingungen – in Tröglitz gibt es keinen Bahnhof – an einem 1.Mai immerhin 240 Demonstranten, kamen zu einer ähnlichen Demonstration in Insel vor etwa 3 Jahren, die ebenfalls von einem antifaschistischen Bündnis aus Halle organisiert wurde, kaum 100 Leute. Dabei war die Situation durchaus vergleichbar: In beiden Dörfern formierte sich der Dorfmob gegen ein paar Neuankömmlinge, denen nachgesagt wurde, den Dorffrieden zu stören. Doch während es sich bei den Neuankömmlingen in Tröglitz um Flüchtlinge handelt, wurden in Insel zwei ehemalige Sexualstraftäter als Störenfriede ausgemacht. In letzterem Falle wäre man mit den klassischen linken Erklärungsversuchen und Parolen nicht weitergekommen. Der Vorwurf des Nationalismus hätte sich in Insel ganz offenkundig selbst blamiert. Die üblichen Verdächtigen aus Antira- und Antifakreisen ließen sich deshalb gar nicht erst blicken.

AG »No Tears for Krauts«

erschienen in: Bonjour Tristesse #19 (Herbst 2015)