Wer schweigt, stimmt zu!

In der aktuellen Ausgabe des CEE IEH #238 verteidigt die AG »No Tears for Krauts« das Conne Island gegen seine Freunde. Im Folgenden ist der Artikel dokumentiert:

Wer schweigt, stimmt zu!
Eine Verteidigung des Conne Island gegen seine Freunde

Es dürfte inzwischen etwa ein Jahr her sein, dass die ersten Gerüchte über die Zunahme von sexuellen Übergriffen und Gewalt im Conne Island kursierten. Im Nachgang der sogenannten Flüchtlingskrise wurden die Tanzveranstaltungen des Clubs zu einem beliebten Anlaufpunkt für Migranten. Der wichtigste Grund dafür dürfte die Regelung gewesen sein, von Flüchtlingen nur 50 Cent Eintritt zu verlangen: Wer am Existenzminimum lebt, muss auf jeden Euro achten. Zur offensichtlichen Verwunderung des Conne Island waren die neuen Gäste allerdings weder sonderlich dankbar noch in großer Zahl an der politischen Arbeit interessiert, die der Laden für sie vorgesehen hatte. Einige von ihnen sorgten stattdessen dafür, dass aggressive Anmachen, sexuelle Übergriffe und Gewalt zum Dauerthema wurden. Das Ganze nahm ein Ausmaß an, das es in der Geschichte des Conne Island bis dahin nicht gegeben hatte. Einige Gäste blieben bereits weg, mehrfach war die Crew des Ladens so überfordert, dass sie – wahrscheinlich auch ein Novum in der Geschichte des Clubs – keinen anderen Ausweg sah, als die Polizei zu rufen.
Diese Entwicklung war vor allem für Leute verwunderlich, die Flüchtlinge aufgrund ihrer Herkunft für die besseren Menschen oder revolutionäre Subjekte im Wartezustand halten. Dabei ist es gar nicht schwer zu verstehen: Wer sich erfolgreich mit Schlepperbanden herumgeschlagen, Grenzzäune überwunden oder die lebensgefährliche Reise übers Mittelmeer überstanden hat, ist nicht immer ein freundlicher und umgänglicher Mensch. Er musste vielfach eine Durchsetzungsfähigkeit, Skrupellosigkeit und Abgebrühtheit an den Tag legen, von der die Türsteher des Conne Island meilenweit entfernt sind. Der Islam, von dem das Gros der hierzulande ankommenden Flüchtlinge zum Teil direkt, zum Teil indirekt geprägt wird, erledigt oft den gar nicht so kleinen Rest. Denn dass diese wohl patriarchalste aller Religionen ihren männlichen Angehörigen nicht unbedingt zu einem freundlichen und rücksichtsvollen Umgang mit Frauen ermutigt, dürfte durch Funk, Fernsehen oder Spaziergänge durch die Berliner Sonnenallee bekannt sein.
Irgendwann im Sommer war der Leidensdruck des Conne Island schließlich so groß, dass die 50-Cent-Regelung de facto abgeschafft wurde; das Plenum reichte im Oktober eine Erklärung nach.(1) Diese Stellungnahme ist, wie wir bereits beiläufig in einem Flugblatt formuliert haben,(2) in mehrfacher Hinsicht misslungen. Andere Gruppen und Einzelpersonen sind der gleichen Meinung – blöderweise aus anderen Gründen als wir. Das Einschießen auf die Stellungnahme wurde zum linken Breitensport, an dem sich Jungle-World-Autoren ebenso beteiligten wie Konkret-Pinscher und megalomane Facebook-Klugscheißer. Die Mehrheit dieser Kritiker legte bei ihrer Beurteilung der Erklärung ein so großes Maß an Realitätsverweigerung an den Tag, dass wir uns genötigt sehen, den Club trotz unserer Kritik zu verteidigen. Wer von seinen Kumpels ungerechtfertigt als Halbnazi dargestellt wird, wie es einige vermeintliche »Freundinnen und Freunde des Conne Island« im Hate-Magazin getan haben,(3) der braucht nicht nur keine Feinde, sondern der hat auch Solidarität verdient.

Trendsport Rassismusvorwurf

In den Wochen nach der Veröffentlichung der Erklärung wurde innerhalb der linken Szene ein regelrechter Wettbewerb darum geführt, wer das Statement am dummdreistesten in den Kontext neurechter Diskussionen rücken kann. Einige fanden die Erklärung allein deshalb verwerflich, weil sich Beatrix von Storch auf sie bezogen hatte. Andere warfen dem Club gleich selbst Rassismus vor. Die Allerdümmsten rückten die Erklärung sogar in die Nähe der Machwerke Carl Schmitts, des Kronjuristen des »Dritten Reiches«.(4) Unter einem Nazivorwurf macht man’s als waschechter Antirassist eben nicht. Die Aufregung war insbesondere dem Umstand geschuldet, dass das Conne Island auf die Herkunft der Täter verwiesen hatte. Ein gewisser Bernhard Torsch log die Stellungnahme in einem Artikel für die Konkret schließlich bis zur Unkenntlichkeit zurecht: »Die Steinzeitmenschen aus dem mysteriösen Orient sind leider zu doof, um zu wissen, wie man sich benimmt.«(5) Diese Aussage glaubte er im Text des Conne Island erkannt zu haben.Die Empörung über den Hinweis auf die Herkunft der Täter war dabei gleich aus mehreren Gründen skurril:
Erstens hatte das Conne Island zwar tatsächlich von »jungen Männern mit Migrationshintergrund« gesprochen. Um nicht in eine vermeintlich rassistische Kerbe zu schlagen, hatte es diese Aussage jedoch sofort wieder relativiert und suggeriert, dass »Syrer, Connewitzer, Ghanaer, Eilenburger, Leutzscher oder Russen« gleichermaßen Probleme bereiten würden.(6)Zweitens verwundert die Aufregung über den Hinweis auf den Background der Täter, weil sie nicht zuletzt von Leuten kommt, denen die Rede von der Prägung menschlichen Verhaltens durch Diskurse, Rollenbilder und ähnlichen Schnickschnack sonst zur zweiten Haut geworden ist. Natürlich wird nicht immer aus ehrenwerten Gründen auf die sozialen, nationalen, religiösen oder politischen Hintergründe von Tätern verwiesen. Oft ist ein solcher Hinweis aber eine Voraussetzung dafür, Entwicklungen verstehen, erklären und ihnen gegebenenfalls entgegenwirken zu können. So würden den meisten Gegnern der Conne-Island-Erklärung im Falle gewaltaffiner Deutscher, die eine Tanzveranstaltung für andere Gäste zum Spießrutenlauf machen, innerhalb kürzester Zeit etliche historische, ökonomische, soziale, politische und ideengeschichtliche Gründe (Luther, Hitler, Mielke, Müllermilch etc.) für ihr Verhalten einfallen – ohne dass sie damit eine Aussage über alle Deutschen treffen würden. Im Fall eines Überfalls deutscher Neonazis wären viele von ihnen sogar regelrecht empört, wenn der Hinweis auf den Hintergrund der Täter verschwiegen würde.
Im Unterschied dazu fällt den entsprechenden Leuten bei Hinweisen auf die Lebensumstände und die Erziehung von Migranten – und darum geht es – sofort und ausschließlich die Praxis der Schädelvermessung ein. Sobald es sich bei den Tätern um Flüchtlinge handelt, verliert so mancher Antirassist rascher die Fassung als ein Autor der Jungen Freiheit. Das zeigt, dass ihnen weder an Erkenntnis noch an einem vernünftigen Umgang mit solchen Fällen gelegen ist. Sondern sie sind vor allem an der Aufrechterhaltung ihres eigenen Pippi-Langstrumpf-Weltbildes interessiert, in dem Migranten nur als Opfer (des europäischen Grenzregimes, der rassistischen Mehrheitsgesellschaft, des Westens etc.) vorzukommen haben. Ohne es zu realisieren, werden die selbsternannten Kämpfer für eine »universalistische, globale politische Ethik«(7) damit zu freundlichen Rassisten, die ihrer Klientel ganz paternalistisch einen Sonderstatus verschaffen und den Universalismus, will heißen: die Gleichbehandlung aller, einen guten Mann sein lassen. Dabei ist auch das gar nicht so schwer: Denn so richtig es ist, jedem Opfer eines Neonaziübergriffs beizuspringen, egal, welche Hautfarbe oder Religion er hat, egal, ob er nett zu seinen Kindern ist, Katzenbabys quält oder sich unberechtigt Zutritt zum Conne Island verschafft hat, so falsch wäre es, jeden Unsinn, den er verzapft, zu rechtfertigen, zu akzeptieren oder, wie von einigen Gegnern der Conne-Island-Erklärung verdruckst angemahnt, unter den Teppich zu kehren.Drittens könnte das Argument für die Aussetzung des Universalismus, die von einigen Leuten klammheimlich, von anderen offener gefordert wurde, nicht dümmer sein. Es lautet in etwa so: Der Verweis auf die Herkunft der Täter heizt »rassistische Diskurse« und »Meinungen« an.(8) Das ist zum einen deshalb albern, weil die Bekloppten von AfD, Legida und NPD zur Bestätigung ihrer eingeschränkten Weltsicht keine Stellungnahme eines linken Clubs nötig haben. Zum anderen steht dahinter die absurde Vorstellung, dass das Conne Island mittels einer auf seiner Homepage veröffentlichten Erklärung dazu in der Lage sein könnte, einen Menschenfreund über Nacht in einen Ausländerfeind zu verwandeln. Mit ihrer Behauptung, dass der Verweis auf die Herkunft der Täter Rassismus anstacheln würde, verhalten sich die Gegner der Erklärung darüber hinaus so wie die Intellektuellen der 30er und 40er, die die Verbrechen Stalins angesichts der antibolschewistischen Hetze der Nazis leugneten, relativierten oder sogar rechtfertigten. Die Begründung lautete, dass jede Kritik des Gulags Hitler und seinen Kumpanen helfen könnte.

Let’s talk about Islam

Wer den Universalismus ernst nimmt, hätte im Unterschied dazu darauf zu bestehen, dass die Kritik des einen Übels nicht von der des anderen entbindet. Dazu müssten die Übel allerdings zunächst einmal benannt werden. Daran ist leider auch das Conne Island gescheitert. Natürlich ist es nicht verkehrt, zur Erklärung der an den Tag gelegten Frauenverachtung und Asozialität einiger der neuen Clubgäste auf eine »autoritär und patriarchal geprägte Sozialisation« zu verweisen, wie es der Club getan hat.(9) Doch anders als vom Plenum suggeriert, war das Problem, mit dem der Laden konfrontiert wurde, keine beliebige migrantische Männergruppe und nur bedingt das Patriarchat, sondern vor allem der Islam.(10) So ist es ein offenes Geheimnis, dass diejenigen, die das Conne Island zeitweise in einen Ausnahmezustand versetzten, gerade nicht aus Kumasi oder Nowosibirsk kamen, sondern aus muslimischen Ländern, in denen der Islam selbst einige derer entscheidend prägt, die sich nicht direkt zur Religion des Propheten bekennen. Auch das gilt selbstverständlich nicht für alle, aber dass der Islam viel tiefgreifender in die Sozialisation, Erziehung und Alltagskultur seiner Angehörigen eingreift als viele andere Vereine, dürfte unbestritten sein. Ohne den Hinweis auf die spezifische Rolle dieser Religion ist der Verweis auf patriarchale Verhältnisse deshalb ebenso irreführend wie der Hinweis auf fehlende Jugendclubs und Arbeitsplätze bei ostdeutschen Neonazis und Suffschlägern. Schwere Zeiten haben viele durchgemacht, mit einem polternden Familienführer sind auch nicht wenige aufgewachsen. Auch »Macht- und Hierarchisierungsverhältnisse«,(11) von denen ein Gegner der Erklärung sprach, dem das zurückhaltende Statement des Clubs noch nicht zurückhaltend genug war, gibt es überall. All diese Dinge bringen jedoch genau sowenig überall die gleiche Vehemenz an Sexismus und Frauenverachtung hervor wie alle »Gruppen umherziehender Männer«(12) gleichermaßen unerträglich sind. Denn dass vietnamesische, italienische, tschechische, israelische, deutsche oder chilenische Männercrews, so unangenehm sie sein können, im großen Stil No-Go-Areas für Frauen errichten, glaubt nicht einmal Jürgen Todenhöfer. Wer angesichts von muslimischen Männerhorden ganz allgemein von Flüchtlingen und Migranten spricht, tut denen Unrecht, die sich, wie eben die absolute Mehrheit der aus Vietnam, Italien, Tschechien, Israel oder Chile Kommenden, bei Tanzveranstaltungen nicht wie bei einer Massenerniedrigung verhalten. Mit der verblödenden Allzweckleier von globalen Machtverhältnissen und Mackertum, die dem Conne Island von vielen seiner Gegner entgegengehalten wurde, wird der Unterschied zwischen ekligen Anmachsprüchen und einem Griff zwischen die Beine, zwischen widerwärtigen Ausfälligkeiten und prinzipieller Frauenverachtung, kurz: zwischen Oktoberfest und Kölner Silvesternacht verleugnet.(13) Es dient nur einem Zweck, nicht über das strukturelle Problem des Islam mit Frauen und Sexualität sprechen zu müssen.

Verrat am Feminismus

Dem Bedürfnis, vom Islam schweigen zu dürfen, opfern einige Gegner der Conne-Island-Erklärung schließlich sogar den Feminismus, den sie sonst wie eine Schnapsfahne vor sich hertragen. Bernhard Torsch hat das in der Konkret nur offen ausgesprochen, als er den genannten Männerhorden gutes Gelingen dabei wünschte, die »Inseln selbstgerechter Saturiertheit« zu verwüsten,(14) sprich: Orte der feuchtfröhlichen Ausgelassenheit durch die öffentliche Erniedrigung von Frauen zu zerstören. Durch ihren Unwillen, den Islam zu kritisieren, geben die meisten Gegner der Conne-Island-Erklärung zunächst all diejenigen zum Abschuss frei, die unter dem religiös-gesellschaftlichen Wahn ihrer Verwandten, Nachbarn und Bekannten zu leiden haben: So sind die ersten Opfer der islamischen Gewalt Frauen aus muslimischen Familien, die dem traditionellen Rollenbild nicht entsprechen wollen. Darüber hinaus leisten sie einen Beitrag dazu, dass das Leben auch für andere Frauen, für Schwule oder Juden immer mehr zum alltäglichen Behauptungskampf wird. Denn natürlich sind es, so laut sie inzwischen auch wieder sein mögen, weniger die Stellungnahmen der rechten Ausländerfeinde, die in Medien und Politik Gehör finden. Es sind vielmehr die Stimmen von Akademikerheinzen wie Florian Biskamp, der in seiner Kritik am Conne Island den Diskursexperten gibt, oder der vermeintlichen »Freundinnen und Freunde des Conne Island«, die sich lieber für das, was die Linke früher Schweinepresse genannt hat, krumm machen als auf die intern bereits früh geäußerten Hilferufe »ihres« Clubs zu reagieren. Durch ihre Weigerung, den Islam überhaupt als Problem wahrzunehmen, tragen gerade diejenigen, die permanent vor einem Geländegewinn der AfD warnen, maßgeblich dazu bei, dass sich Figuren wie Beatrix von Storch, Björn Höcke oder Jürgen Elsässer als Vorkämpfer für Meinungsfreiheit inszenieren können. In Frankreich ist die Zahl der Juden, die den Front National wählen, bereits deutlich gestiegen – schlicht und ergreifend deshalb, weil es keine andere Partei gibt, die den Vormarsch des Islam offen kritisiert.(15)

Was tun? Islamkritik!

Für das Conne Island wäre die Kritik des Islam auch deshalb eine probate Möglichkeit gewesen, sich nicht nur, wie in seiner Stellungnahme geschehen, qua Deklamation sondern argumentativ von AfD und Co. abzugrenzen. Die Antira-Meute hätte zwar auch in diesem Fall geschäumt, weil ihnen »Refugees« oder »Geflüchtete« – zwei Begriffe übrigens, die bereits das verdinglichte Verhältnis der Antirassisten zu ihrer Klientel andeuten – vor allem politische Schwungmasse sind. Beatrix von Storch und anderen wäre die positive Bezugnahme auf den Text jedoch möglicherweise etwas schwerer gefallen, weil zu den Ekelhaftigkeiten ihrer Partei gehört, dass sie entgegen anderslautender Behauptungen gerade keine Islamkritik betreibt. Ihr Islambashing (und hier geben wir nur in kurzer Form wieder, was wir schon an anderer Stelle ausführlich gemacht haben)(16) basiert stattdessen auf einer Mischung aus ordinärer Ausländerfeindlichkeit und Neid. Denn warum sonst sollten Leute, die mit Tradition, Familie, Korpsgeist hausieren gehen, gegen die Halsabschneider des Propheten auf die Straße gehen, die wie kaum jemand anders dafür einstehen wollen? Hier wird ein Konkurrenzkampf um autoritäre Auswege aus der Krise geführt, bei dem der politische Islam vor allem deshalb ins Visier geraten ist, weil er hierfür die im Weltmaßstab attraktivsten Angebote bereithält. Auch darum hätte zu gelten: Wer vom Islam nicht reden will, sollte auch von der AfD schweigen.

Fight for your right – to party!

Mit denjenigen, die in jedem Versuch, das Problem überhaupt einmal zu benennen, vor allem Rassismus erkennen wollen, lässt sich nicht diskutieren. Erst recht nicht, solange sie sich über die Ausfälle muslimischer Männer nicht halb so stark aufregen wie über die autochthoner Deutscher, und auch nicht, solange sie der Hinweis auf die gesellschaftlichen Hintergründe der Täter mehr in Rage bringt als die Tat selbst. Insgesamt war in der bisherigen Debatte auffallend wenig von den Opfern der Übergriffe die Rede. Im Unterschied zu Leuten, die nur dann die frauenbewegte Karte spielen, wenn es ihnen in den politischen Kram passt, hat das Conne Island gezeigt, dass ihm die Rede vom Feminismus und vom Universalismus nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Zugleich scheint der Club nicht bereit zu sein, um der Reinheit der Lehre willen Dinge unter den Teppich zu kehren oder – auch das war eine beliebte Forderung – sie im Mafiastil »intern« zu regeln. Zwar hat die Erklärung des Conne Islands Schwachstellen. Diese mögen der Sorge vor der linken Inquisition, deren Ausmaß wir unterschätzt haben, oder der Tatsache geschuldet sein, dass Erkenntnisprozesse manchmal mühselig sind. Was davon auch immer zutreffen mag: Wir wünschen dem Conne Island bei seinem Versuch, eine wichtige Diskussion zu führen, auf jeden Fall viel Glück. Vor allem drücken wir die Daumen, dass es ihm gelingen wird, die Situation weiter zu entspannen und auch in Zukunft Konzerte, Partys und Tanzveranstaltungen zu organisieren, die für niemanden zur Qual werden.

No Tears for Krauts, Januar 2017

Anmerkungen

(1) Conne Island Plenum: Ein Schritt vor, zwei zurück, conne-island.de.
(2) No Tears for Krauts: Im Diskurs sind alle Katzen grau, nokrauts.org.
(3) Dort wird dem Conne Island unterstellt, »anschlussfähig« an neurechte Positionen zu sein, rhetorische Figuren aus »rechten Kreisen« zu verwenden usw., Freundinnen und Freunde des Conne Island: Ein anderer Text wäre möglich gewesen, hate-mag.com.
(4) O.A.: Im Zug der Opportunisten, sprachlos-blog.de.
(5) Bernhard Torsch: Ein Inselwitz, in: Konkret 12 (2016).
(6) Conne Island Plenum: Ein Schritt vor, zwei zurück. By the way: Ein Verweis auf den »Orient«, von dem Torsch spricht, das Kerngebiet des Islam also, taucht in der Stellungnahme des Conne Island gar nicht erst auf. Es war Torsch selbst, der aus dem Verweis auf sexuelle Übergriffe durch Migranten den – leider nicht ganz falschen – Rückschluss auf einen islamischen Hintergrund der Täter zog. Ob er deshalb ein Rassist ist, ein Ideologe oder ob er sich nur dümmer macht als er ohnehin zu sein scheint, mögen andere entscheiden.
(7) Freundinnen und Freunde des Conne Island: Ein anderer Text wäre möglich gewesen.
(8) Etwa Florian Biskamp: Conne-Island-Debatte. Antirassistische Ambivalenzvermeidung, ruhrbarone.de.
(9) Conne Island Plenum: Ein Schritt vor, zwei zurück.
(10) Tatsächlich geht es nicht nur um den Islamismus, wie gern suggeriert wird, sondern um neue Entwicklungen des Alltagsislam, die die Situation auch für die vielen Muslime immer unerträglicher macht, die zu ihrer Religion ein ähnlich privatistisches Verhältnis haben wie die meisten europäischen Christen, Buddhisten etc.
(11) Marcus Adler: Von der (Traum-)Insel in die Realität?, hate-mag.de
(12) Conne Island Plenum: Ein Schritt vor, zwei zurück.
(13) Es ist in linken Kreisen beliebt geworden, die Ereignisse der Kölner Silvesternacht 2015/16 unter Verweis auf das Oktoberfest zu relativieren. Das geschah zuletzt in dem von den Betreibern des Sprachlos-Blogs (sprachlos-blog.de), wo passenderweise auch ein »Nachruf« auf das Conne Island veröffentlicht wurde, herausgegebenen Wörterbuch des besorgten Bürgers (Mainz 2016). Dort wird behauptet, dass es zu solchen Geschehnissen wie in der Silvesternacht »auf dem Oktoberfest alle Jahre kommt« (S. 115). Wer die Zahlen ins Verhältnis zueinander setzt, wird jedoch zu anderen Ergebnissen kommen: 2015 gab es in den zwei Wochen des Oktoberfestes, das von etwa sechs Millionen Menschen besucht wurde, 26 Anzeigen wegen Sexualdelikten. (Süddeutsche Zeitung, 11.1.2016) Das sind selbstverständlich 26 Übergriffe zu viel. Wer sie jedoch mit den 454 angezeigten sexuellen Übergriffen der einen Kölner Silvesternacht aufrechnet, der ist ein Lügner, ein schlimmer Ideologe oder jemand, der den Grundkurs »Methoden der Sozialwissenschaften« wiederholen sollte. Bereits am 1. Januar 2016, bevor sich viele Frauen durch die bundesweite Berichterstattung ermutigt sahen, doch noch Anzeige zu erstatten, lagen der Kölner Polizei mehr als 100 Anzeigen vor. (Zahlen nach Die Welt, 10.2.2016)
(14) Bernhard Torsch: Ein Inselwitz.
(15) Jüdische Allgemeine, 22.3.2015.
(16) No Tears for Krauts: Wer vom Islam nicht reden will, sollte auch von der AfD schweigen, nokrauts.org, Antideutsche Aktion Berlin, Antifaschistische Gruppen Halle, Association Progrès Eichsfeld: Straigt to Hell! Weg mit den braunen Zonen, weg mit der AfD, nokrauts.org.

Bonjour Tristesse #21 (Herbst/Winter 2016)

Kurzmitteilung

Die Herbst/Winter-Ausgabe der Bonjour Tristesse ist erschienen und liegt an den bekannten Orten in Halle, Leipzig und Dessau aus. Hier gehts zu den Artikeln im BT-Blog: bonjourtristesse.wordpress.com

Aus dem Inhalt:

Download [PDF] Bonjour Tristesse 21/2016

Das tothe Thier

Kurzmitteilung

Thote ThierDas tothe Thier

Nach zehn Ausgaben stellen wir die Zeitschrift Das Grosse Thier hiermit ein und gestehen: Es war alles nur ein grosser Witts.

Wer hätte gedacht, dass einer der größten Gags der an Witzen so reichen ostzonalen Antifa-Geschichte der letzten Jahre gleich zweimal funktioniert. Vielleicht erinnert sich noch jemand: Vor vier Jahren boten wir der linken Leipziger Jungakademikerzeitschrift Phase 2 einen bei einem Kasten Bier entstandenen Artikel an, in dem wir der Kleinkinderserie ALF einen subversiven und emanzipatorischen Charakter andichteten. Zudem schlugen wir den Bogen zur inzwischen so beliebten Gendertheorie und behaupteten, dass der Außerirdische mit der femininen Körperbehaarung und der engelsgleichen Stimme auch in dieser Hinsicht Herausragendes geleistet habe. Zu unserer Überraschung winkte die Redaktion den Text, der zu mehr als 70 Prozent aus Fragwürdigkeiten, Lügen und Mumpitz bestand, durch und veröffentlichte ihn. Damit war die von der Phase 2 kurz zuvor gestellte Frage beantwortet, die uns überhaupt erst zum Schreiben des Artikels veranlasst hatte: Wie ist es um linke Medien bestellt? Unsere Antwort lautete: Linke Medien stehen mit Wahrheit und Vernunft auf Kriegsfuß. Sie sind darüber hinaus nicht nur der Ort, an dem private Vorlieben weltanschaulich aufgenordet werden können, sondern auch bereit, jeden Unsinn zu drucken, wenn er nur im richtigen Jargon verfasst ist.
Unseren abschließenden Text zu der Angelegenheit beendeten wir mit der Aussage, dass vielleicht alles doch ganz anders ist. Vielleicht, so hofften wir damals, bekennt sich die Redaktion der Phase 2 demnächst dazu, dass nicht nur der ALF-Text, sondern sämtliche Artikel des Blattes ein subversiver Anschlag auf die Dummheit, den Konformismus und die Autoritätshörigkeit der Linken sind. Durch ein solches Geständnis hätte das Phase-2-Publikum, das den Quark des Blattes Jahr für Jahr geschluckt hat, vor sich selbst erschrecken können – was nicht das Schlechteste gewesen wäre. Man muss die Menschen vor sich selbst erschrecken lassen, um ihnen Courage zu machen, schreibt Marx ja irgendwo sinngemäß.
Diese Hoffnung auf einen großen Masterplan der Phase-2-Redaktion war zwar äußerst naiv. Es war jedoch eine Idee geboren wurden: Wir beschlossen, eine Zeitschrift zu gründen, die den linken Zeitgeist und die postantideutsche Antifaszene mit ihrer wiedergewonnenen Begeisterung für jeden noch so hanebüchenen linken Bewegungsunsinn – von der neuen Anziehungskraft der „Klasse“ bis zum garantiert szenigen Dresscode – bedient. Das Blatt sollte mit aufgeblähten Nonsens-Artikeln gefüllt werden, um in der Hoffnung auf das Erschrecken der Leserschaft über sich selbst, das manchmal durchaus heilsame Folgen für die eigene Selbstreflexion und Vernunft haben kann, irgendwann die Bombe platzen zu lassen. Der Name des Heftes war schnell gefunden: Das grosse Thier.
Auch die Herausgabe selbst war nicht sehr schwer. Wir setzten uns gelegentlich zusammen, besorgten uns stärkere Getränke als Bier und mixten folgende Zutaten: philosophisch aufgenordete, meist um ein wenig Hegel, Marx oder den Situationismus aufgepeppte Worthülsen, mit denen das theoretische Bedürfnis bedient werden sollte, Kleinkinderwitze, Schülerzeitungshumor und viel Gerede von der Avantgarde vergangener Tage. Trotz des Geblubbers von Antiautoritarismus und Gleichberechtigung will der um Distinktion bemühte Feld-, Wald- und Wiesenlinke nämlich lieber Vor- als Nachturner sein. Das ganze verbanden wir mit der obligatorischen Fünf-vor-Zwölf-Rhetorik („bald-geht-die-Welt-unter-aber-außer-uns-stört-sich-niemand-daran“), die dem existenzialistischen Bedürfnis der Leserschaft entgegenkommen sollte, und, unmittelbar damit verbunden, Poesiealbumsweltschmerz. Zusammen mit einem lieblos zusammengeschusterten Layout entstand dabei ein kleines Heftchen, das jeder Leser aufgrund des kompletten Verzichts auf Inhalt, Stringenz, Logik und Lesbarkeit entnervt hätte links liegen lassen müssen.
Das Gegenteil passierte: Zwar hatten wir damit gerechnet, dass sich bereits mit der ersten Ausgabe ein fester Leserkreis zusammenfand, den das Heft begeisterte. Immerhin kennen wir die Linke und ihre Vorliebe für sinn- und hirnloses Gestammel. Nicht gerechnet hatten wir allerdings damit, dass das Blatt eine so große Resonanz erhielt, dass uns von den Lesern haufenweise Artikel für mehrere Ausgaben angeboten wurden, die unser eigenes, im Stroh-80-Rausch fabriziertes Gebrabbel für das Grosse Thier noch unterboten. Wir entschieden uns, die Sache noch ein wenig laufenzulassen und setzten die Herausgabe fort. Unsere Hoffnung: Irgendwer muss doch irgendwann durchschauen, dass das Heft nicht ernst gemeint sein kann. Leider Fehlanzeige, die Fangemeinde wuchs und auch die Artikelangebote nahmen nicht ab.
Da zehn Hefte nun wirklich genug sind und wir schlichtweg keine Lust mehr haben, darauf zu warten, dass jemand unser Fake durchschaut, stellen wir hiermit die Herausgabe der Zeitschrift Das grosse Thier ein. Wir hoffen, dass sich die bisherigen Leser für ihre Begeisterung schämen, bei ihrer nächsten Lektüre genauer hinschauen und ausnahmsweise einmal ihren Kopf einschalten. Groß ist unsere Hoffnung allerdings nicht.

No Tears for Krauts, 04/2016

In Halle werden die Dummen nicht alle!

Nachdem gestern der hallische Außenminister Hans Dietrich Genscher verstarb, begann prompt der obligatorische Chor der ergriffenen Laudatoren von der Größe des Staatsmannes etc. zu schwärmen. Dem schließen wir uns selbstverständlich nicht an. Wir bleiben bei dem, was wir schon 2012 in einem Flugblatt anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 85. Geburtstag festhielten.

Was ist nötig, um zum Ehrenbürger Halles ernannt zu werden? Richtig: Es ist (1.) von Vorteil, in Halle oder Umgebung geboren worden zu sein wie Louis Jentzsch, Gustav Hertzberg und Carl Dryander. Die Saalestadt hat es sich in ihrer Provinzialität gemütlich eingerichtet und will dort auch nicht so schnell heraus. Darüber hinaus ist es (2.) von Vorteil, der Staatsräson alle anderen Dinge unterordnen zu wollen, wie der Erstweltkriegsgeneral und spätere Rechtsaußen-Reichspräsident Paul von Hindenburg, der 1933 zum Ehrenbürger Halles ernannt wurde. Und es ist (3.) von Vorteil NSDAP-Mitglied gewesen zu sein wie Adolf Hitler und Hermann Göring, denen 1933 und 1934 die hallische Ehrenbürgerwürde verliehen wurde.

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Was heißt: „Raus aus der Scheiße“?

Redebeitrag von „No Tears for Krauts“ Halle zur Demonstration „Raus aus der Scheiße, rein in die Stadt – Tröglitz denen, die’s verdienen“ am 1. Mai 2015 in Tröglitz.

Liebe Freundinnen, Freunde, Genossinnen und Genossen,

die Eingeborenen scheinen uns nicht zuhören zu wollen, darum eine Ansprache nur an Euch: Angesichts der Verhältnisse hier im Burgenlandkreis müsste man eigentlich fordern: „Bring back the State!“ Denn Ereignisse und Zustände wie in Tröglitz gehen nicht zuletzt auf einen fast vollständigen Rückzug des Staates und seiner Institutionen zurück. Die nächste Schule, die nächste Polizeistation und das nächste Amt sind oft kilometerweit entfernt, administrative Aufgaben werden schon seit Jahren (wenn überhaupt) bestenfalls auf Ehrenamtsbasis erledigt. Anders als unsere anarchistischen Genossen glauben, erwächst aus dem Rückzug des Staates allerdings leider nicht der Himmel auf Erden – zumindest nicht unter den gegenwärtigen Umständen. Sondern es entsteht das Gegenteil, es entsteht ein neuer Naturzustand, in dem alle gegen alle kämpfen oder die stärkste Horde über die Schwächeren herfällt.
Wir wissen selbstverständlich, dass der Staat Barbaren nicht unbedingt in bessere Menschen verwandelt: Auch wir hatten Geschichtsunterricht. Aber wir wissen, dass die Anwesenheit von Dorfsheriffs und Beamten, die qua Dienstverhältnis noch anderen Instanzen als der Dorfgemeinschaft verpflichtet sind, gelegentlich eine gewisse Mäßigung bewirken können. Und wir wissen, dass die langwierigen Entscheidungsfindungsprozesse der parlamentarischen Demokratie Emotionen abkühlen lassen können: Wenn eine Entscheidung ansteht, ist die aufgehitzte Stimmung, die hierzulande fast immer auf die Forderung „Rübe runter!“ hinausläuft, in der Regel schon vorbei. Das gilt zumindest dann, wenn der Staat und seine medialen Vorfeldorganisationen zumindest dem Ton nach offen gegen Rassismus, Lynchjustiz und Heugabelmeuten auftreten, wie es derzeit der Fall ist. Die bundesweite Empörung über Tröglitz ist Ausdruck dieser Politik.
Trotzdem funktioniert die Trennung zwischen Mob und Staat, zwischen der Barbarei des flachen Landes und der Stadtluft, die frei macht, nicht vollkommen. Auch das zeigt nicht nur die Geschichte, sondern auch die beliebte Praxis, Asylbewerber ausgerechnet in gottverlassenen Gegenden wie dem Burgenlandkreis unterzubringen. Denn auch wenn sich die Vertreter des neuen Deutschlands weltoffen und antirassistisch geben, wollen sie mit den Flüchtlingen, die hier ankommen, nicht viel zu tun haben. In Orten wie Tröglitz ist die Unterbringung nicht nur billig, sondern die politische Klasse und der sie tragende Teil des Mittelstands werden auch nicht permanent mit dem konfrontiert, was unter den gegebenen Verhältnissen alle fürchten: Degradierung und sozialer Abstieg.
Das Wichtigste aber ist: Die Voraussetzung dafür, dass sich Angela Merkel und Frank Walter Steinmeier, Günther Jauch und Oliver Welke, Der Spiegel und Die Zeit über Barbarenkollektive wie in Tröglitz, Wutbürger wie in Schneeberg oder Pegida-Ossis wie in Dresden empören können, ist das tägliche Verrecken im Mittelmeer. Das europäische Grenzregime ist die Voraussetzung dafür, dass es hierzulande trotz Tröglitz und Pegida immer noch halbwegs friedlich zugeht und das soziale System nicht kollabiert: Die Finanzkrise und der Staatsbankrott in Griechenland haben gezeigt, dass eine Nationalökonomie nicht unendlich belastbar ist. Wenn die Zahl der Asylbewerber in der Bundesrepublik dagegen exorbitant steigen würde, wenn die deutsche Volkswirtschaft nicht mehr dazu in der Lage wäre, für die armen Schlucker zu sorgen, und wenn sich die Krise in finanzieller Hinsicht stärker auswirken würde als bisher, dann könnten auch diejenigen Gefallen an der Parole „Ausländer raus!“ finden, die sich zur Zeit noch über die hinterwäldlerischen Ausländerfeinde in Tröglitz empören. Trotz der regelmäßigen Skandale werden die zuständigen Minister der EU-Staaten darum auch weiterhin am europäischen Grenzregime festhalten. Das tun sie nicht weil sie schlechte Menschen sind (das sind sie möglicherweise auch), sondern das tun sie vor allem, weil sie mit Blick auf den inneren sozialen und politischen Frieden in ihren Ländern nicht anders können – zumindest nicht unter den gegenwärtigen Umständen.
Die Ereignisse der letzten Monate sind insofern ein Lehrstück in Sachen Kapitalismuskritik. Sie zeigen, dass die Rede von der gesellschaftlichen Totalität etwas anderes ist als eine akademische Lockerungsübung. Das soll heißen, die einzige vernünftige Antwort auf die sogenannte Flüchtlingsfrage, die derzeit von Lampedusa bis Tröglitz gestellt wird, wäre – um es präzise, differenziert und sachlich mit Marx auszudrücken – die Abschaffung der „ganzen alten Scheiße“ (MEW irgendwo). Diese Erkenntnis ist natürlich durch und durch unbefriedigend, weil sie wenig bis gar nichts nutzt. So ist weder eine Bewegung in Sicht, die an die Stelle des Alten etwas anderes setzen will als das Hauen und Stechen postindustrieller Wastelands à la Tröglitz, Caracas oder Gaza. Noch gibt es einen potentiellen sozialen Träger, der diese Aufgabe übernehmen würde. Das Proletariat, in das zwei Philosophiestudenten aus dem 19. Jahrhundert ihre großen Hoffnungen setzten, bewegt sich zumindest heute eher außerhalb als innerhalb der Demonstration. Die wenigen Ausnahmen bestätigen nur die Regel.
Wenn wir den Flüchtlingen mehr als warme Worte zukommen lassen wollen, bleibt uns aus diesem Grund nicht viel anderes übrig, als zu fordern: „Raus aus der Scheiße, rein in die Stadt!“ Genauer: Dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in einem lebenswerten Viertel der Großstadt ihrer Wahl. Und auch das klingt, ehrlich gesagt, schon ziemlich utopisch.

No Tears for Krauts, 1. Mai 2015 (nokrauts.org)

Words don’t come easy

Dieses Flugblatt wurde am 22. Februar bei einer „Phase-2“-Veranstaltung in Berlin verteilt. Die „Phase-2“-Veranstaltung war dem Schwerpunkt des aktuellen Heftes, der Psychoanalyse, gewidmet.

Abschließendes zur Faselei der „Phase 2“.

„Man darf nicht nur keinen Gedanken haben, man muss auch unfähig sein, ihn zu formulieren – das ist das Motto der ‚Phase 2’.“ Alf, Gesellschaftskritiker und Vordenker der Genderbewegung, Staffel 3, Folge 2 (oder so)

Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben: In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Phase 2“ ist ein Artikel erschienen, dessen Autoren sich einen Scherz mit der Redaktion erlaubt haben. Dieser Scherz ist allerdings weit mehr als eine der traditionellen Spaßguerillaaktionen, mit denen junggebliebene Altautonome so gern aufwarten: Die Autoren dichteten der Präpubertierendenserie ALF unter Berufung auf Studien, Aufsätze und Interviews, die nie erschienen sind, ein emanzipatorisches Potential an. Darüber hinaus stellten sie ausgerechnet den behaarten Außerirdischen mit der tiefen Stimme und dem groben Humor als Vorkämpfer der Gender-Bewegung dar. Dümmer geht nimmer.
Das ist jedoch nur der halbe Skandal: Denn auch wenn die Fußnoten des ALF-Textes erstunken und erlogen sind, folgt der Artikel doch einem Muster, das zuvor schon hundertmal in der „Phase 2“ erprobt wurde: Die Argumentation ist hanebüchen. Private Vorlieben – für Comics, Fernsehserien, Regisseure, Nazijagden oder Geländespiele mit der Polizei – werden weltanschaulich aufgepeppt. Statt auf Logik und Vernunft wird auf Angebersprache, die Autorität von Fußnoten, name dropping und den zukünftigen Doktortitel der Autorin gesetzt. Obendrauf kommt schließlich eine Portion Pseudokritik, die Differenzierungsvermögen signalisieren soll, aber letztlich nur den Wunsch verrät, es allen recht zu machen: sowohl der Gender-Beauftragten als auch dem Traditionsantifa, dem PoMo-Aktivisten und dem akademischen Adorniten innerhalb der Leserschaft.

Ein Beispiel von vielen
Bereits das Vokabular des idealtypischen „Phase-2“-Textes („Einschreiben“, „Strukturmechanismen“, „Matrix“, „Topoi“, „Engführung“ usw.) und seine Satzkonstruktionen verraten alles. So erklärt – ein Beispiel von vielen – die „Phase-2“-Redaktion in der Einleitung zum Schwerpunkt des aktuellen Heftes: „Auch wenn die Psychoanalyse vielen als taugliches Analyseinstrument des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft dient, so bietet sie zugleich einigen Übereifrigen die Möglichkeit, mittels psychoanalytischer Begrifflichkeiten, den/die politische(n) Gegner/Gegnerin in unzulässiger Weise zu denunzieren oder pathologisieren. Es ist sicher nicht zuletzt diese Verwendung der Psychoanalyse als rhetorische Waffe, die die Antipathien ihr gegenüber stetig schürt.“ Die Redakteure wollen wohl sagen: „Es gibt seriöse und unseriöse Rückgriffe auf die Freudsche Lehre. Weil die Psychoanalyse missbraucht werden kann, ist sie so unbeliebt.“ Stattdessen schreiben sie, wenn man ihr „Phase-2“-Deutsch in richtiges Deutsch übersetzt – wenn man also das tut, was sie wollen und sie ernst, das heißt: beim Wort nimmt, folgendes:
1. „Dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft gehört ein taugliches Analyseinstrument.“ Das hat zwar keinen Sinn, passiert aber, wenn man z.B. den Akkusativ („Instrument für die Analyse des Verhältnisses“) mit dem Genitiv („Analyseinstrument des Verhältnisses“) verwechselt.
2. „Das Analyseinstrument, das dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft gehört, dient vielen als“ – was auch immer. Hier fehlt ein Teil des Prädikats. So etwas passiert, wenn man nicht nur die Fälle miteinander verwechselt, sondern auch noch die falschen Worte an den richtigen Stellen verwendet, wenn man also „Analyseinstrument des Verhältnisses“ statt „Instrument für die Analyse des Verhältnisses“ schreibt.
3. „Trotzdem bietet die Psychoanalyse einigen Übereifrigen die Möglichkeit, den politischen Gegner mittels psychoanalytischer Begrifflichkeiten in unzulässiger Weise zu denunzieren oder zu pathologisieren.“ Das „Trotzdem“ ergibt zwar ebenfalls keinen Sinn. Aus diesem Grund hat die „Phase-2“-Redaktion vermutlich darauf verzichtet. Wenn man in der vierten Klasse aufgepasst hat, weiß man allerdings, dass ein „trotzdem“, ein „jedoch“ oder ganz allgemein eine Wendung folgen muss, mit der ein Widerspruch kenntlich gemacht wird, wenn ein Satz mit „auch wenn“ begonnen wird. Ein solcher Widerspruch existiert in diesem Satz jedoch nicht. Das „auch wenn“, mit dem der erste Satz beginnt, muss also verschwinden. (Die Frage, was eine zulässige Denunziation und Pathologisierung politischer Gegner ist, entscheidet darüber hinaus die „Phase-2“-Redaktion bei ihrem nächsten Selbstfindungstreffen.)
4. „Die Psychoanalyse wird als rhetorische Waffe verwendet.“ Auch das ist selbstverständlich großer Quatsch. So kann eine Theorie zwar als Waffe dienen; als rhetorische Waffe können hingegen nur Argumentationsstrategien, Stilmittel usw. verwendet werden. Allenfalls wenn Worte, wie es bei der „Phase-2“-Redaktion der Fall zu sein scheint, bereits als Theorie gelten, wird die Aussage richtig.
5. „Die Antipathien gegenüber der Psychoanalyse werden durch die falsche Verwendung der Freudschen Lehre geschürt.“ Das ist zwar ebenfalls purer Unsinn – das Ressentiment gegen die Psychoanalyse basiert nicht auf einem möglicherweise falschen Hantieren mit psychoanalytischen Begriffen, sondern auf dem Hass auf die kritische Selbstbesinnung, für die Freuds Theorie steht. Aber es ist zumindest halbwegs richtig formuliert.

Sprachliche Tarnmanöver
Der Kritischen Theorie diente der sperrige Duktus als Waffe gegen die Phrase, das Banale und den Terror der Kommunikation. Inzwischen wird mit der Kombination aus Angebervokabular, Fremdworten und irrwitzigen Nebensatzkonstruktionen allenfalls verdeckt, dass man nichts zu sagen hat. Mehr noch: Die Schaumschlägersprache, mit der die „Phase 2“ aufwartet, verhindert jede kritische Idee; sie lässt die Arbeit am Gedanken, für die das Formulieren und das Niederschreiben einmal standen, gar nicht erst zu. Die Gesamtausrichtung der „Phase 2“ entwertet die wenigen guten Texte, die dort erschienen sind. Denn wie kann z.B. ein Interview mit Christoph Türcke, das in der aktuellen Ausgabe erschienen ist, ein kritischer Text von Udo Wolter oder ein Interview mit Jan Tomasz Gross noch ernst genommen werden, wenn sie gemeinsam mit Rechenschaftsberichten des „Ums-Ganze“-Bündnisses oder einer „Pink-Rabbit“-Kampagne, den Wichtigtuereien eines Floris Biskamp („promoviert in Gießen zu [sic!] Kritischer Theorie und postkolonialer Dekonstruktion“) oder Artikeln über den „emanzipatorischen Gehalt“ von „South Park“ oder ALF erscheinen, die die Redaktion ebenfalls für veröffentlichungswürdig hält?
Dennoch ist die Kombination aus Wissenschaftsjargon, Dummsprech, Gespreiztheit und Nullsätzen keine Spezialität der „Phase 2“. (Will heißen: Nicht einmal in dieser Sache ist das Blatt besonders originell.) Auch in den diversen zivilgesellschaftlichen Initiativen, akademischen Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs, aus denen die „Phase 2“ nicht umsonst ihre Autoren und Redakteure rekrutiert, im Feuilleton, in den Nachrichtensendungen und Talkshows ist zu beobachten, was von konservativer Seite gern als Sprachverfall beklagt wird. Kurz: In der Faselei der „Phase 2“ spiegelt sich eine objektive gesellschaftliche Entwicklung.

Am Anfang war das Wort
Rede und Handlung waren einmal miteinander verschwistert. Das Wort drängte zur Tat. Ob die Flugschriften der Reformationszeit, die Pamphlete der Frühaufklärer oder die revolutionären Schriften des 19. Jahrhunderts: Sie ergriffen unmittelbar die Massen und wurden wirkungsmächtig. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfasst, konnten Worte eine Revolution auslösen. Die Herrschenden, die es in der Zeit des Feudalismus und in der Übergangszeit zur bürgerlichen Gesellschaft tatsächlich noch gab, hatten darum oft mehr Angst vor den ramponierten Gestalten, die in ihren Kammern aufrührerische Flugblätter schrieben, als vor den Verschwörergruppen, die in alten Kellern Bomben zusammenbastelten. Die Attentate der Anarchisten konnten ein paar unbeliebte Angehörige der königlichen Familie ins Jenseits befördern. Durch die aufrührerischen Schriften konnte hingegen die Macht selbst infrage gestellt werden. Der Text der Marseilleise, das „Manifest der kommunistischen Partei“ oder Blanquis „Instruktionen für den Aufstand“ hatten ein größeres Echo als etwa die Ermordung der Operettenkaiserin Sissi durch den Anarchisten Luigi Lucheni 1898 in Genf. Den Königen, Fürsten und Kaisern war die Gefahr, die von den Flugblättern, Zeitschriften, Liedern und Artikeln ausging, durchaus bewusst. So war die Geheimpolizei zwar weder im zaristischen Russland und in Preußen noch in Frankreich oder im Habsburger-Reich der Metternich-Ära unterbesetzt. Weit mehr Geld als für Spitzel, Agenten, Horch & Guck wurde allerdings für die gigantischen Zensurbehörden ausgegeben. Deren Mitarbeiter hatten nichts anderes zu tun, als jedes einzelne für die Veröffentlichung bestimmte Wort auf seine Fähigkeit hin zu überprüfen, die Herrschaft in Gefahr zu bringen.
Diese Zeit ist lange vorbei. Bereits die Zensur in den Staaten des Ostblocks war ein Anachronismus. Die einzigen, die Figuren wie Wolf Biermann, Stephan Krawczyk et al. ernst nahmen, waren die Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes. Nach ihrer Ausreise in den Westen mussten die Dichter feststellen, dass sie mit der Stasi auch ihr Publikum verloren hatten. Krawczyk und Co. hatten aus dem Grad der Repression irrtümlich auf ihr politisches und – oft noch schlimmer – künstlerisches Gewicht geschlossen. Ihren Platten, Reimen und Kalendersprüchen erging es ähnlich wie den Schriften von Marx, Engels, Lenin, Blanqui, Durruti oder Mühsam: Zwar hatte niemand etwas gegen ihre Veröffentlichung einzuwenden. Aber entweder wollte sie niemand kaufen, oder ihre Botschaften blieben wirkungslos. Im Unterschied zur ausgehenden Feudalzeit kann inzwischen, zumindest im Westen, alles gesagt und gedruckt werden, ohne dass sich auch nur das Geringste ändert. Selbst die wenigen Texte, die doch der Zensur anheim fallen, landen weniger aufgrund der Angst auf dem Index, dass sie die Menschen ergreifen. (Abgesehen davon spricht es in einigen Fällen fast für die berühmten Massen, wenn sie sich von bestimmten Schriften nicht mitreißen lassen.) Sondern sie werden vor allem um des Schikanierens willen verboten. Die Sprache hat ihren eingreifenden Charakter verloren. Diese Entwicklung hat einen Grund, dem weder bessere Lehrpläne noch ein Lektoratswechsel bei der „Phase 2“, so sehr er auch zu begrüßen wäre, etwas anhaben können: „Allzuleicht vergessen wir,“ so schrieb ein kluger Mann schon in den fünfziger Jahren, „dass die Sprache deshalb tot ist, weil der Einzelne, der zum anderen spricht, als Einzelner, sagen wir als denkendes Subjekt, nichts mehr zu sagen hat – in dem Sinn, wie es heißt: ‚Der hat nichts zu sagen’, das heißt, der ist ohnmächtig, er kann nichts vollbringen, auf sein Wort hin geschieht nichts. Er hat nichts zu sagen, heißt, es hat keine Konsequenzen, es bedeutet nichts, es tut nichts, es macht nichts. Wenn heute zwei miteinander reden, so mag ihre Rede ein Vermittlungsglied in einer vorherbestimmten, festen Kette von Machtauswirkungen sein, wie etwa die Rede der Marionetten aus dem Osten in den Versammlungen der Vereinten Nationen, aber das Gespräch zwischen zwei Bürgern erzeugt keine Kette von Ursachen und Wirkungen in der Welt.“ Soll heißen: Die Rückbildung der Artikulationsfähigkeit, die Katastrophen, die der Pisa-Test immer wieder zutage fördert, und die Zumutungen, die regelmäßig in der „Phase 2“ zu lesen sind, haben ihre Ursache in der realen politischen Ohnmacht der Einzelnen. Selbst die Damen und Herren auf den roten Teppichen sind allenfalls Verwaltungsbeamte der großen „Staat, Kapital und Co. KG“.

Ey, Alter!
Diese Ohnmacht wirkt auf die Sprache zurück. Wenn sich die Konsequenzen, die das Sprechen nach sich zieht, allein auf die Alternativen Opel oder Ford, Reihenhaus oder Mietwohnung, Fernsehen oder Ficken beschränken: Welcher Grund besteht dann, z.B. den kategorischen Imperativ in Worten wiedergeben zu können, die Kant nicht in einen Ohnmachtsanfall getrieben hätten?
So wird Sprache zum Jargon; sie dient nur noch als Zugehörigkeitsnachweis. Was dem Kevin aus Marzahn sein „Ey, Alter“, ist dem Torben aus Friedrichshain seine „heteronormative Matrix“. Die Malocher erkennen sich durch den extensiven Rückgriff auf jene tausend Worte, die auch clevere Affen angeblich in Gebärdensprache erlernen können; die Schreiber der „Phase 2“ versichern sich durch die Verwendung der einschlägigen Code- und Reizworte, dass sie gerade nicht zu den Working-Class-Heroes, sondern zur Bildungselite gehören. In ihren Selbstbeschreibungen, die am Ende jedes „Phase-2“-Artikels stehen, verweisen sie nicht umsonst geradezu zwanghaft auf ihren zukünftigen Doktortitel, der seine Besonderheit indes längst verloren hat: Die Promotion ist das neue Abitur. Diese Doktorandeninflation verweist bereits darauf, dass die Jung-Dynamisch-Erfolglosen die – Achtung, ein Bourdieu! – habituelle Selbstvergewisserung bitter nötig haben. Denn weder kennen die Freunde der „Matrix“, der „Topoi“, der „Engführung“ und der vertrackt-falschen Nebensätze die einfachsten politischen oder historischen Zusammenhänge. Noch spiegeln sich die zwölf bis dreizehn Schuljahre, die sieben Jahre an der Uni und die dutzenden Praktika bei den Institutionen mit den großen Namen in irgendeiner Weise im Lebensstandard oder in der gesellschaftlichen Anerkennung wieder. Die gern belächelten Mitschülerinnen und Mitschüler von einst, die sich nach der zehnten Klasse für eine Lehre als Metzger, Bankangestellter oder Einzelhandelskauffrau entschieden haben, verdienen nicht nur mehr Geld: Sie müssen nicht mit Ende Zwanzig noch regelmäßig zu Mutti fahren, um sich den Rucksack mit Brot, Butter und Käse vollstopfen zu lassen. Sondern sie haben zugleich bessere Zukunftsperspektiven und sind nicht dazu gezwungen, sich bis zur Rente von einer prekären „Baustelle“ zur nächsten zu hangeln.

„Phase 2“ – mittendrin statt nur dabei
In ihren besten Momenten, von denen es allerdings nicht viele gab, reflektierte die Linke einmal auf solche Voraussetzungen des eigenen Handelns. Sie bemühte sich darum, die gesellschaftlichen Entwicklungen, Trends und Modewellen in emanzipatorischer Absicht zu denunzieren. Inzwischen ist sie – das zeigt nicht zuletzt die Bereitschaft der „Phase 2“, einen solchen Unsinn wie den ALF-Text abzudrucken – ganz vorn dabei, wenn es gilt, die Herausbildung des universellen Verblödungszusammenhanges weiter zu befördern.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Vielleicht ist jedoch alles auch ganz anders. Denn möglicherweise verbirgt sich hinter der Herausgabe der „Phase 2“ auch ein großer Masterplan, von dem bisher nur niemand etwas erfahren hat. Vielleicht bekennt sich die Redaktion also demnächst dazu, dass nicht nur der ALF-Text ein subversiver Anschlag auf die Dummheit, den Konformismus und die Autoritätshörigkeit der Linken war, sondern sämtliche Artikel, die es in den letzten elf Jahren in das Blatt geschafft haben. Durch ein solches Geständnis könnte sie ihr Publikum, das den Quark der „Phase 2“ Quartal für Quartal abgenickt hat, vor sich selbst erschrecken lassen. Dieses Erschrecken könnte heilsame Folgen haben – was nicht das Schlechteste wäre. Die heutige Veranstaltung wäre der richtige Anlass für ein solches Geständnis. Immerhin besteht die Psychoanalyse, um die es heute gehen soll, in genau jener kritischen Selbstbesinnung, die der Linken gut tun würde.

Wir drücken die Daumen!

ag „no tears for krauts“,
02/2012

[Flugblatt als pdf.]

Bonjour Tristesse Nr. 13 [Frühjahr 2012]

Schwerpunktthema »Linke Medien«: Sonderbeilage zur Leipziger Buchmesse.

Diese Ausgabe kann an den bekannten Auslageorten bezogen werden und ist auf bonjourtristesse.tk auch als PDF erhältlich.