Antisemitische Netzwerke zerschlagen – das Orientalische Institut dichtmachen!

Als »Initiative IfO dichtmachen« verteilten wir gestern anlässlich einer Veranstaltung des Orientalischen Instituts in Halle folgendes Flugblatt:

Antisemitische Netzwerke zerschlagen –
das Orientalische Institut dichtmachen!

Nicht weit von Schnellroda, in Halle an der Saale, treibt ein pseudowissenschaftliches Institut sein Unwesen: das Institut für Orientalistik der Martin-Luther-Universität Halle. Man hat sich längst daran gewöhnt, dass offizielle Amtsträger in Deutschland kein böses Wort über den Islam verlieren. Wenn es doch mal eine noch so hauchzarte Kritik an islamischen Zumutungen geben sollte, können sich Politiker und Medienmeute darauf verlassen, dass irgendwo ein „Islam-Experte“ um die Ecke kommt, der „wissenschaftlich fundiert“ jegliche Zurückweisung des Herrschaftsanspruches des Islam als islamfeindlichen Rassismus zu disqualifizieren versucht. Und genau dieser Aufgabe hat sich das Institut für Orientalistik angenommen.
Das heutige Podium mit „Experten“ bildet dabei keine Ausnahme. Ein opportunistischer Berufspolitiker, dem keine Verrenkung zu blöd ist, um die Regierungskoalition in Sachsen-Anhalt nicht zu gefährden, und zwei notorische Islamverharmloser diskutieren, wie arg Muslime aus den westlichen Gesellschaften ausgegrenzt würden. Besonders dreist lügt es dabei in Saba-Nur Cheema. Sie ist Pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank–Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen, deren Herzensanliegen es ist, jeden Unterschied zwischen Antisemitismus und einem angeblichen antimuslimischen Rassismus zu verwischen. So bringt Cheema das Kunststück fertig, Anhänger der Religion des Propheten als Rasse zu konstruieren, nur damit sie jegliche Kritik daran als Rassismus denunzieren kann. [1]
Auch Hans Goldenbaum beherrscht dieses Spiel vorzüglich. So ist Goldenbaums Job angeblich, Moslems von der Radikalisierung abzuhalten – was im Wesentlichen bedeutet, ihnen beizubringen, „Tod den Zionisten“ statt „Tod den Juden“ zu sagen. Denn anders als Cheema ist Goldenbaum ein wahrer Meister des Differenzierens. Für Hans-„Das hat nichts mit dem wahren Islam zu tun“-Goldenbaum ist es stets so, dass der Islam und der islamistische Terrorismus zwei völlig voneinander verschiedene und überhaupt nicht aufeinander bezogene Phänomene sind. Um nichts auf der Welt lässt er was auf seinen Islam kommen. Er schafft es sogar, einen Artikel über die Zusammenarbeit der Nationalsozialisten mit dem Mufti von Jerusalem zu schreiben, in dem die Religion nicht einmal vorkommt, die nicht unwesentlich dazu beitrug, dass die antisemitische Propaganda der Nazis in Palästina auf äußerst fruchtbaren Boden stieß.
Wenn sich intellektuelle Islamversteher zusammenrotten, um ihr Gerede von Ausgrenzung und Abwertung in die Welt zu posaunen, wird es besonders ekelhaft, wenn sie dann auch noch versuchen, irgendwie die Juden ins Spiel zu bringen. Mit einer unfassbaren Schamlosigkeit wird hier nicht nur der Anschlag auf die hallische Synagoge im letzten Monat zur Werbung für die eigene Veranstaltung instrumentalisiert, sondern bereits in der Ankündigung wird völlig unverfroren behauptet, Antisemitismus richte sich unter anderem gegen Muslime.
Im seiernden Gewäsch über „Ausgrenzung“ und „Anderssein“ geht jeder Unterschied, dass es z.B. islamischen Terrorismus gibt, eine jüdische Weltverschwörung aber nicht, unter. Man tut so, als sei es Stephan Balliet, dem Terroristen von Halle, darum gegangen, die Menschen in der Synagoge auszugrenzen und deren „Anderssein“ zu betonen, und nicht etwa darum, möglichst viele aus zutiefst antisemitischer Motivation heraus zu töten. Auch wenn er sich nach dem missglückten Versuch, in die Synagoge einzudringen, den Dönerladen aus fremdenfeindlichen Motiven als Anschlagsort wählte, so kann man dies nicht von seinem antisemitischen Weltbild entkoppeln. Denn die Schuld an allem Unglück, und damit auch an der sogenannten Überfremdung hat für Balliet „der Jude“ – und somit ist er der Hauptfeind. Ihm war es letztlich völlig egal, ob er im Döner Moslems, Christen oder Fußballfans tötet. In seinen antisemitischen Amoklauf die leere Floskel vom antimuslimischen Rassismus reinzulügen, ist absurd und verharmlost den antisemitischen Charakter des Anschlags.
Diese Mischung aus Verschiebung und offener Lüge hat nur einen Zweck: Man nutzt die Aura des Antisemitismus, um die Muslime zu entlasten. Der unterschiedslose Vernichtungswahn, mit dem Juden konfrontiert waren und sind, soll angeblich auch den Moslems drohen. Die Juden müssen als Beispielopfer herhalten, während gleichzeitig vermieden wird, zu genau auf den Antisemitismus einzugehen. Man könnte ja darauf kommen, dass das gar nicht so viel mit ausgeleierten Unworten wie „Ausgrenzung“ oder „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ zu tun hat und eben doch etwas ist, das sich nicht gegen Muslime richtet, sondern nicht selten von ihnen ausgeht.
Im Ankündigungstext fragen die Veranstalter aus der Orientalistik, was man gegen „Radikalisierung“ tun könne. Ein heißer Tipp wäre es, auf solche üblen Veranstaltungen zu verzichten. Stattdessen könnte man das Problem des militanten Antisemitismus benennen und die Frage, wer dessen Träger sind, stellen. Und das sind neben durchgeknallten Nazis wie Stephan Balliet derzeit überwiegend Anhänger des Propheten. Vom Orientalischen Institut kann dazu nicht viel erwartet werden. Sind es doch Personen wie Astrid Meier, die Resolutionen zur antisemitischen BDS-Bewegung im Bundestag für einen Affront gegen das muslimische Menschenrecht auf Israelhetze hält, die solche Gruselkabinette einberufen und Veranstaltungen wie diese organisieren. Da es am Orientalischen Institut vor Goldenbaums und Meiers nur so wimmelt, die ihren Lebensinhalt darin sehen, jegliche Kritik am Islam pseudowissenschaftlich abzukanzeln, ist es folgerichtig, die Schließung dieser Brutstätte der Antisemitismusverharmlosung zu fordern.
Initiative IfO dichtmachen!

[1] In dem lesenswerten Text „Die Pädagogen der Demagogen“ der Frankfurter Gruppe Thunder in Paradise wird die Verkommenheit des Anne-Frank-Zentrums ausführlich beschrieben.

CSD in Gaza!

Bei der CSD-Demonstration in Halle (07.09.2019) haben wir folgendes Flugblatt verteilt:

PDF Flugblatt: CSD in Gaza!

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der heutigen CSD-Demonstration,

vielleicht waren einige von Euch schon letztes Jahr dabei, als überraschend viele, überwiegend jüngere Menschen in Halle für die Rechte der Homosexuellen auf die Straße gegangen sind. Vielleicht sind Euch dabei auch einzelne Israelfahnen aufgefallen. Und vielleicht habt Ihr Euch gefragt, warum die Fahnen des jüdischen Staats auf einer solchen Demonstration gezeigt wurden. Das war alles andere als ein Zufall.

Euch ist sicher bekannt, dass Israel nicht nur die einzige Demokratie im Nahen Osten und das einzige Land in der Region ist, in dem Juden und Araber nebeneinander leben. Sondern Israel ist auch ein Ort, an dem die Menschen ihre Sexualität frei ausleben können. Die sexuelle Gleichberechtigung der Homosexuellen wird von breiten Teilen der Gesellschaft akzeptiert und ist auch auf politischer Ebene in Israel weitgehend Konsens. Wer schon einmal in Tel Aviv war, dem ist vielleicht aufgefallen, wie selbstverständlich Männer Händchen haltend durch die Stadt laufen. Ein paar Kilometer weiter südlich, in Gaza, ist so etwas unvorstellbar. Dort wird Homosexualität nicht nur gesellschaftlich geächtet, sondern steht unter Todesstrafe. In 37 Ländern auf der Welt ist Homosexualität verboten – in sieben Ländern wird man für dieses »Vergehen« sogar staatsoffiziell ermordet. All diese sieben Länder haben eines gemeinsam: In ihnen ist der Islam Staatsideologie. Auch die anderen 30 Staaten, in denen für gleichgeschlechtliche Liebe Gewalt oder Gefängnis drohen, stehen mehrheitlich unter dem Einfluss der Religion des Propheten. Nicht nur anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass nicht unbedingt der typische AfD-Wähler oder andere »Rechtspopulisten« die größte Bedrohung für die Freiheit von Homosexuellen sind – so unappetitlich sie mitunter auch sein mögen. Vielmehr sind es Moslems, die ihre rigiden Moralvorstellungen gewaltsam durchsetzen wollen. Und das ist nicht nur in islamisch geprägten Staaten ein Problem, sondern überall dort, wo Moslems den Kampf um die Straßenhoheit betreiben.

In der Bundesrepublik ist Homosexualität zwar nicht mehr strafbar. Sie wird auch nicht mehr als Krankheit diffamiert. Dennoch sollte man sich in manchen Gegenden Deutschlands aus Sicherheitsgründen besser nicht offen als Schwuler zu erkennen geben. Allein in Berlin hat das Anti-Gewalt-Projekt Maneo für das Jahr 2018 einen Anstieg homophober Gewalt um 58 Fälle auf 382 Übergriffe festgestellt. Die übergroße Mehrheit der Täter sind junge Männer, die aus islamischen Ländern stammen bzw. die sich in Deutschland in islamischen Milieus bewegen. Das heißt, die Gefahr für einen homophoben Angriff ist in Berlin-Neukölln um ein vielfaches höher als in Hohenschönhausen oder im Prenzlauer Berg. Statistisch gesehen gibt es also einen Übergriff pro Tag – allein in Berlin. In anderen europäischen Großstädten mit großen islamischen Communities wie in Paris, Brüssel, Malmö oder London gibt es ähnliche Entwicklungen.

In manchen Teilen Südost- und Osteuropas gibt es ebenfalls viele schwulenfeindliche Übergriffe (Angriffe auf Lesben sind übrigens deutlich seltener) – vor allem dort, wo besonders rückständige Kirchen großen Einfluss auf den Alltag haben (wie etwa in Russland). Aber immerhin können in den meisten dieser Staaten CSD-Paraden stattfinden, wenn auch zum Teil nur unter Polizeischutz. Der Hass auf Homosexuelle ist aber im Islam bzw. in islamischen Communities viel zentraler als in Osteuropa und potenziell immer gewalttätig.

Ob nun dort, wo Moslems die Mehrheit stellen (wie in Gaza), oder dort, wo sie aufgrund mangelnder Masse als »lone wolves« agieren – wie zum Beispiel der Anschlag vor zwei Jahren auf einen LGBT-Nachtclub in Orlando mit 49 Ermordeten zeigt: Moslems sind mit Abstand die größte Gefahr für die sexuelle Freiheit. Und nicht nur das: Schwulenhass ist mit dem Hass auf allgemeine sexuelle Freizügigkeit und auf das individuelle Glück sowie mit dem Hass auf die Juden bzw. deren Staat auf das engste verwoben. Israel verkörpert nicht nur für islamische Antisemiten die westliche Moderne und wird in deren Wahrnehmung mit Homosexualität, Individualität und Kosmopolitismus verknüpft – Werte also, von denen sich Zwangskollektive wie islamische Gemeinschaften bedroht sehen. Gerade im Islam, wo es rigide Verhaltensregeln gibt, wo Frauen verschleiert auftreten müssen, um die Triebe des Mannes nicht anzufachen, wo jede sexuelle Regung gegängelt und reglementiert wird, schaut man neidisch auf Gesellschaftsformen, in denen der einzelne selbstbestimmt seine Sexualität im Diesseits gestalten kann. Vor allem von Juden und ihrem Staat fühlen sich viele Moslems in ihrer verklemmten islamisierten Sexualität bedroht, wodurch sich der Hass auf Juden ins Unermessliche steigert. Diese Abspaltung eigener Triebe, nichteingestandener Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse und ihre projektive Verschiebung auf die Juden kennzeichnet jede Form des Antisemitismus. Die Triebdynamik des Schwulenhasses funktioniert ähnlich.

Nicht nur aufgrund der LGBT-Freundlichkeit Israels hat also die Fahne des jüdischen Staates hier auf der Demonstration ihre Berechtigung. Sondern auch, weil Juden und Homosexuelle den gleichen Zumutungen durch die gleichen menschenfeindlichen Ideologen ausgesetzt sind. Und damit meinen wir eben nicht ganz allgemein »religiösen Fanatismus«, wie im Aufruf zur heutigen Demo zu lesen ist, sondern den Islam als Rechtfertigungsmuster für die meisten antisemitischen und homophoben Übergriffe weltweit.

Erst wenn die Macht des Islams gebrochen ist, erst wenn friedliche, entspannte und laszive Gay Prides in Gaza-City, Grosny oder Teheran stattfinden können; erst, wenn es völlig selbstverständlich ist, dass auch in islamisch geprägten Vierteln Europas der eine oder die andere offen homosexuell leben kann, ist jene Freiheit erreicht, von der die Aktivisten des Stonewall-Aufstands vor 50 Jahren träumten. Da dies zeitnah wohl nicht passieren wird, ist das Bekenntnis zu Israel gleichbedeutend mit einem Bekenntnis zu individueller Freiheit – und damit eine Zurückweisung des Antisemitismus und des Schwulenhasses.

AG »No Tears for Krauts«
Halle, September 2019

Über gute und böse Juden | Flugblatt

Am 25. Juni 2019 hielt Dr. David Ranan auf Einladung der Friedrich‐Ebert‐Stiftung einen Vortrag unter dem Titel »Wehrhafte Demokratie? Israel nach der Wahl und die Rolle des Militärs in der Gesellschaft« (Halle, 25. Juni 2019). Wir haben davor folgendes Flugblatt verteilt:

[PDF] Flugblatt: Über gute und böse Juden

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Ihnen sicherlich nicht entgangen ist, befindet sich die Sozialdemokratie in der größten Krise der Nachkriegszeit. Bei den anstehenden Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen wird voraussichtlich nur jeder zehnte Wähler sein Kreuz bei der SPD setzen, die einmal den Ruf hatte, die Partei des kleinen Mannes zu sein. Dennoch geht alles weiter seinen Gang.
Als Promotionsagentur der SPD ist die parteinahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) merklich vom Niedergang der Sozialdemokratie betroffen. Während aber die SPD weiterhin munter das Personalkarussell dreht, um die Persönlichkeit mit dem nötigen Charme ausfindig zu machen, die das verloren gegangene Vertrauen der Wähler wiedererweckt, dokumentiert die politische Bildungsarbeit der FES einen Zustand ausufernder geistiger Verwahrlosung. Dies wird nicht zuletzt an ihrem instrumentellen Verhältnis zu Juden deutlich, das repräsentativ für die Sozialdemokratie ist.

Böser Jude = Islamkritischer Jude

Kennzeichnend dafür ist beispielsweise die kurzfristige Absage der für den 29.04.2019 in Leipzig geplanten Veranstaltung mit dem deutsch-israelischen Schriftsteller Chaim Noll. Das sächsische Landesbüro der FES lud den Referenten drei Tage vor seiner Lesung ohne Angabe von Gründen aus. Im Nachhinein sah sich der Leiter des Landesbüros, Matthias Eisel, immerhin veranlasst, die Gründe für die Absage nachzureichen: Er attestierte Noll, rechtspopulistische Positionen zu vertreten. Demnach lasse sich politische Bildung im Geiste von Demokratie und Pluralismus nicht mit Nolls Kritik an der bundesrepublikanischen Appeasement-Politik gegenüber dem iranischen Mullah-Regime vereinbaren.
Insbesondere verzeiht man Noll nicht, dass er die augenscheinlichen Widersprüche deutscher Außenpolitik nach Auschwitz an der Person des Außenministers Heiko Maas mustergültig vorgeführt hat. Dieser bekennt zwar bei jeder Gelegenheit, dass er wegen Auschwitz in die Politik gegangen sei, unterstützt aber ausgerechnet den Dialog und die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit jenem Regime, das dem Staat der Juden offen mit seiner Auslöschung droht und unbeirrbar daran arbeitet. Mit der Unterstützung von Hisbollah und Hamas führt der Gottesstaat seit langem quasi einen Stellvertreterkrieg gegen Israel.

Guter Jude = Israelkritischer Jude

Heute lädt die FES in Halle hingegen einen Juden ein, der Ihnen weder etwas Erhellendes darüber zu berichten weiß, warum die SPD in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden droht, noch darüber, warum der Ausnahmezustand de facto Normalität für Israel ist. Vielmehr geht es dem heutigen Referenten Dr. David Ranan darum, auf dem von Begriffsverwirrung umwölkten Gipfel moralischer Überheblichkeit über die israelische Politik zu urteilen und zugleich den moslemischen Antisemitismus zu banalisieren.
Ein Anzeichen für die Preisgabe jeder politischen Urteilskraft ist Ranans strunzsteile These, Antisemitismus lasse sich nur bei einer verschwindend geringen Minderheit von Moslems ausmachen. Mit seiner Agenda verfolgt er das Ziel, den offenen Antisemitismus, der weitgehend Konsens ist unter Moslems in Beirut, Berlin und Brüssel, zur zulässigen politischen Meinung aufzuputzen. „Tod den Juden“ zu skandieren sei nicht etwa antisemitisch, sondern eine herkunftsbezogene Reaktion auf den israelisch-arabischen Konflikt.

Was ist legitimer Judenhass?

Juden wegen ihres Staates zu hassen, sei etwas grundlegend anderes als sie wegen ihrer Rasse oder Religion zu hassen, versichert Ranan. Sein Imponiergestammel zielt auf die Verwässerung eines Begriffs von Antisemitismus ab, um so die Auswüchse des in moslemischen Communities epidemischen Judenhasses zur politisch korrekten Israelkritik umzulügen.
Wenn Moslems Juden als Yahudi beschimpfen, ihnen gegenüber Tötungsabsichten artikulieren und den jüdischen Staat als Krebsgeschwür bezeichnen, meinen sie Ranan zufolge lediglich Israelis (Iisrayiyli) und ihren Staat, bringen also nur die Begriffe durcheinander. Denn in Wahrheit, so Ranan, existiere kein jüdischer, sondern nur ein israelischer Staat. Wer ernsthaft glaubt, die derzeit virulenteste Form des Antisemitismus durch sprachmagische Schwin deleien zum Verschwinden bringen zu können, hat ein ähnliches Erkenntnisinteresse wie Sie es haben, wenn es um eine kritische Bestandsaufnahme zum Stand der Sozialdemokratie geht.
Übrigens: Ein antisemitisches Weltbild zeichnet sich dadurch aus, dass der Antisemit Juden unterstellt, die Welt insgeheim zu beherrschen und hinter sämtlichen Kriegen und Krisen, Miseren und Missetaten zu stecken. Sein Problem mit Juden besteht also nicht darin, was sie konkret machen, sondern darin, dass sie überhaupt da sind. Sie verkörpern das negative Prinzip, auf das der Antisemit reflexionslos alles Mögliche projiziert.

„Kein Mensch ist heute mehr Antisemit, man ver-
steht nur die Araber.“ (F. Dürrenmatt)

Im Grunde ist Ihr Verhältnis zu Israel von einer aggressiven Straflust geprägt. Deshalb laden Sie sich einen Alibi-Juden ein, der Ihre gedämpften Ressentiments gegen wehrhafte Juden und ihren Staat – aus Verantwortung gegenüber der Geschichte – offen ausspricht. Herr Ranan wird Ihnen das sagen, was Sie ohnehin schon lange ahnen. Israel sei selbst schuld daran, dass es so leidenschaftlich gehasst wird. Er wird Sie vor den Zuständen in Israel warnen: dem korrupten Netanjahu, den rechten Hardlinern, Ultra-Orthodoxen und Ultra-Nationalisten, die keine neue Regierung zustande bekommen, dem allgegenwärtigen Rassismus mit Schädelvermessungen und Züchtungsprogrammen… Dass der Zwergstaat Israel – der übrigens nicht grundlos bis auf die Zähne bewaffnet ist – unter Anwendung von Waffengewalt seine Bürger verteidigt, ist für Sie schon eine unglaubliche Chuzpe. Dass er sich darüber hinaus von seinen sozialdemokratischen Ursprüngen verabschiedet hat, bringt das Fass zum Überlaufen.
Die deutsche Sozialdemokratie hat schon lange ein handfestes Israel-Problem. Sie geriert sich zwar als Freund der Israelis, ist aber durchdrungen von einer unnachgiebigen Rechthaberei, was die Angelegenheiten des jüdischen Staates angeht. Statt Israel zu belehren, es solle eine andere Politik machen – die letztlich zu seiner Auflösung führen würde –, täten Sozialdemokraten gut daran, sich endlich ein zutiefst gestörtes Verhältnis zu Israel einzugestehen.
Zur Erinnerung: Es war Sigmar Gabriel, der Israel als „Apartheid-Regime“ bezeichnete und sich ganz ungeniert beim Besuch in Israel mit der NGO Breaking the Silence traf. Andrea Nahles beschwor bei einem Treffen mit Vertretern der Fatah „gemeinsame Werte“. Martin Schulz applaudierte, als Mahmud Abbas im Europäischen Parlament die Legende von jüdischen Brunnenvergiftern wiederaufleben ließ, und nannte die Rede „inspiring“. Es war Frank-Walter Steinmeier, der im Arafat-Mausoleum einen Kranz niederlegte und in stiller Andacht dem Borderliner der Menschenrechte ehrerbietend seine Hochachtung zollte. Mal Hand aufs links schlagende Herz: Beneiden Sie nicht heimlich diejenigen Moslems ein bisschen, die so beseelt sind vom Hass, Juden den Tod zu wünschen, als hinge das eigene Leben davon ab?

Ihre AG »No Tears for Krauts«
Halle, Juni 2019

Presse-Mitteilung der AG Antifa im StuRa der MLU zum Auftritt des antisemitischen BDS-Rappers Talib Kweli im Tanzklub Drushba Halle

Kurzmitteilung

Am 11. Juli 2019 soll der Judenhasser und erklärte Feind Israels Talib Kweli im Tanzklub Drushba (Halle) auftreten. Der Musiker unterstützt die BDS-Bewegung («Boycott, Divestment and Sanctions»), eine Organisation, die zum Boykott Israels aufruft, das Land als Apartheidsstaat deklariert und das Existenzrecht Israels in Frage stellt. Der Deutsche Bundestag hatte unlängst BDS als antisemitisch eingestuft. Kweli wirft dem Bundestag sogar vor, sich durch diese Entscheidung mit dem Faschismus einzulassen. Er argumentiert mit einer „weißen Vorherrschaft“ und „weißen Juden“, die gemeinsame Sache mit Nazis und dem Ku-Klux-Klan machen würden.

Wir fordern die Betreiber des «Klub Drushba» auf, das Konzert mit Talib Kweli abzusagen. Kein Verständnis haben wir dafür, dass Aktivisten, die in rassistische, antisemitische und hetzerische Aktionen sowie BDS-Kampagnen verwickelt sind, eine Bühne geboten wird. Die Betreiber der Drushba müssen sich überlegen, ob sie im Gegensatz zu Veranstaltern aus Düsseldorf und München antisemitischer Propaganda öffentlichen Raum verschaffen wollen.

Zu den Hintergründen: https://www.facebook.com/notes/ag-antifa/presse-mitteilung-zum-auftritt-des-antisemitischen-bds-rappers-talib-kweli-im-ta/2439035092784418/

Magdeburg bleibt blöd

„Haltet euch ab 17 Uhr im Viertel bereit. Mobilisiert alles und jeden.“ Mit diesen Worten und der Parole „Magdeburg bleibt rot!“ riefen linke Antisemiten im Netz dazu auf, unsere Veranstaltung „Solidarität mit Israel“ am 9. April mit Stephan Grigat in Magdeburg zu verhindern. Mehr als 21 Leute, drei Fahrräder und einen Hund bekamen sie allerdings nicht zusammen. Sie bauten sich in respektabler Entfernung vom Veranstaltungsort auf und versuchten, Gäste und Security mit lustigen Kampfsportposen und Schimpfworten aus dem Repertoire der 7c („Deine Mutter!“, „Hurensohn!“ usw.) zu beeindrucken. Da den Aufrufen von „Zusammen kämpfen“ und Co. selbst in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts kaum noch jemand folgen will, mussten einige der tapferen Verteidiger Magdeburgs eigens von außerhalb angekarrt werden. Natürlich durfte auch die notorische Ines Fritz alias „Thea Tiger“ nicht fehlen, die sich schon mal fälschlicherweise als Mitarbeiterin der Linkspartei ausgibt und sich im Vorfeld der Veranstaltung durch Lügen, Denunziationen und Einschüchterungsversuche besonders hervorgetan hat.

Diese Einschüchterungsversuche waren auch der Grund dafür, dass wir kurzfristig den Veranstaltungsort wechselten. Der Betreiber der Factory, wo der Vortrag ursprünglich stattfinden sollte, wurde im Vorfeld massiv bedroht, teilweise wurde ihm aber auch Geld geboten, die Veranstaltung abzusagen. Da wir ihn keinem unnötigen Druck aussetzen wollten, nahmen wir Gespräche mit der Magdeburger Rosa-Luxemburg-Stiftung auf.

Deren Mitarbeiter haben wir als freundliche und interessierte Zeitgenossen kennengelernt, die Zusammenarbeit mit der Polizei hat ebenfalls gut funktioniert. Denn selbstverständlich haben wir uns mit ihr abgesprochen. Auch wenn wir deutlich in der Überzahl waren, spielen wir weder das faschistische Spiel vom Recht des Stärkeren mit, noch sind wir von der Mafia, der Bundeswehr und anderen Männerbünden fasziniert. Männerschweiß, Mut-Koks und Geländespiele interessieren uns nicht besonders.

Während „Zusammen kämpfen“ in der Umgebung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Verkleiden und Verstecken spielten und sich beim Tritt gegen ein Auto fast verletzten,* sprach Stephan Grigat vor über 40 Zuhörern über die Notwendigkeit der linken Solidarität mit Israel, die Geschichte und Gegenwart des Zionismus, die Bedrohung Israels und den Zusammenhang der beiden kategorischen Imperative von Karl Marx und Theodor W. Adorno.

Fazit: Wie wir schon 2008 und 2013 gezeigt haben, ist es ohne größere Schwierigkeiten möglich, eine israelsolidarische Veranstaltung in Magdeburg durchzuführen – selbst in unmittelbarer Nachbarschaft der örtlichen Antiimpis. Deren Mobilisierungsfähigkeit hält sich selbst in „ihrem“ Viertel, wo der Vortrag stattfand, in engen Grenzen. Insgesamt waren wesentlich mehr Leute an der Veranstaltung als an ihrer Verhinderung interessiert. Zwar mögen die linken Antisemiten im Einzelfall eine Gefahr darstellen, sie sind jedoch weniger ein politisches als ein polizeiliches Problem. Sprich: Es wird Zeit, sie als die Horde Kleinkrimineller zu betrachten, die sie sind. Das Schlägerimage, das sich die Magdeburger Linke vor einigen Jahren mühsam erarbeitet hat, scheint auch weiterhin kaum noch Anknüpfungspunkte in der Realität zu besitzen. Uns hat sich dasselbe Bild geboten wie 2013: „Ein offensichtlich nervöser Haufen Autonomer, die angespannt an ihren unter den Jacken versteckten Waffen herumfingern, entspricht nicht unbedingt dem Bild einer schlagkräftigen Antiimp-Gang,“ war damals in der „Bonjour Tristesse“„Bonjour Tristesse“ zu lesen. Aus diesem Grund sollte man die Magdeburger Männerbündchen auch in Zukunft einfach weiter links liegen lassen.

No Tears for Krauts, 04/2019

* Grandios dabei der folgende Dialog: „Ronny guck‹ ma‹, der da war auch bei die Antideutschen.“ „Ja, den treten wir den Spiegel.“ – „Mist, ich komme nicht so hoch mit die Beine.“ „Oh man Ronny was ist das für 1 Scheiß zionistische Schwein, lass‹ schnell wegrennen.“

Von Schwestern und Muttis

Auf der Veranstaltung »Mütterimagines, Mückenstiche und die selbstverschuldete Unmündigkeit der Frau« haben wir folgendes Flugblatt verteilt:

[PDF] Flugblatt

Von Schwestern und Muttis

Werte Feministen,

seid Ihr auch der Meinung, dass Frauen für die bürgerliche Gesellschaft zu schwach sind und lieber im Kinderzimmerersatz der schwesterlichen Wohlfühlkommune leben sollten? Seid Ihr auch überzeugt, dass Frauen ein bisschen blöde sind und deshalb eine Übermutti brauchen, die ihnen das Selberdenken abnimmt? Nein? Wirklich nicht? Das freut uns, denn es bedeutet, dass die „antifeministische Regression“ bei Euch noch nicht so weit fortgeschritten ist wie bei denen, die sie beschwören.

Denken in engen Grenzen

Die „Feministische Intervention“ will heute Abend, so man ihre Ankündigung ernst nimmt, den Grundstein für ein Hausverbot gegen Magnus Klaue und Thomas Maul im Conne Island legen. Die beiden haben es nicht nur gewagt, sich als Männer zu Geschlechterfragen zu äußern, sondern waren auch noch so dreist, „das Conne Island als zentralen Veranstaltungsort der Leipziger Linken“ mit ihrer Kritik zu belästigen. Das ging dann wirklich zu weit. Prompt treten die Türhüter feministischer Denkkeuschheit auf den Plan. Weil sie Euch offenbar für kleine, dumme Mitläufermädchen halten, wollen sie Euch verordnen, mit wem Ihr auf keinen Fall spielen dürft.
Uns überrascht das nicht. Denn Leipziger Feministen führen schon länger eine groteske Tradition der deutschen Frauenbewegung fort: Im Namen der Emanzipation der abstrakten Frau wird die konkrete für dumm verkauft. Mehr noch als bei Alice Schwarzer in ihren schlechtesten Tagen ist dies seit Anbeginn das Erfolgsrezept der Religion des „materialistischen Feminismus“, der im Vortrag gehuldigt wird. Ihre Leipziger Pfaffen „Outside the Box“, Koschka Linkerhand – und jetzt eben „Feministische Intervention“ – gefallen sich sehr darin, von der Kanzel den Kreuzzug gegen das Patriarchat auszurufen. Von ihren „Schwestern“ (Linkerhand ununterbrochen) erwarten sie nur, den Katechismus zu kennen und die kritische Botschaft weiterzutragen. Widerspruch ist unerwünscht.
Im Ankündigungstext wird das Vaterunser wiederholt, die Leier vom „bürgerlichen Subjekt, das sich wesentlich über kapitalistische Sphärentrennung und damit die Abspaltung von Weiblichkeit und Reproduktion konstituiert“. Dieses einfache Glaubensbekenntnis – das Vermächtnis der sonst zu Recht vergessenen EXIT!-Wertkritikerin Roswitha Scholz – ist alles, was es für den Eintritt in die materialistisch-feministische Kirchgemeinde braucht. Wie bei religiösen Dogmen üblich, stört es nicht, dass es sich vor der Vernunft blamiert, solange es Einigkeit unter den Gläubigen schafft. Die Wenigsten von Euch dürften sich eingehend mit der Scholz’schen Wertabspaltungskritik beschäftigt haben. Wir empfehlen die Lektüre ihres Buchs „Das Geschlecht des Kapitalismus“ ausdrücklich, und geben eine Schmunzelgarantie, wenn ihr der Phalloplastik am Wert zuseht.

Quadratisch, praktisch, gut

Für diejenigen unter euch, die diesen Quark weniger lustig finden als wir: Wenn Ihr ehrlich seid, wisst Ihr selbst gut genug, dass Euch Fragen der Marx’schen Wertformanalyse gar nicht interessieren. Genauso wenig wie Euch die Kritik des vorherrschenden Subjektcharakters beschäftigt, denn dann wäre Euch klar, dass die „krisenhafte Verfasstheit des männlichen Subjekts“ zwar wunderschön nach Kritischer Theorie klingt, das widersprüchliche bürgerliche Subjekt aber längst von seiner postmodernen Variante abgelöst wurde. Euch geht es doch im Kern darum: Ihr wisst so gut wie wir, dass es Frauen teilweise immer noch schwerer haben als Männer. Das wollt Ihr verstehen und dagegen aktiv werden. Ihr sucht nach einer Theorie des Geschlechterverhältnisses, die auf einen Bierdeckel passt, und die Lösung aller Probleme gleich mitliefert. Der materialistische Feminismus macht Euch mit dem „warenproduzierenden Patriarchat“ (Scholz) ein kundenorientiertes Angebot, das Ihr gerne akzeptiert. Ihr müsst dafür nur so lustige Sachen wie den „Schatten des Werts“ (wieder Scholz) hinnehmen und immer, wenn die Theorie mal gar nicht passt, vom „verwilderten Patriarchat“ (natürlich Scholz) reden – schwuppdiwupp: Schon könnt Ihr (marxistisch fundiert!) eine universelle Männerherrschaft behaupten und schwer gesellschaftskritisch gegen Mann und Kapital in den Kampf ziehen.
Wir möchten Euch jedoch an die unangenehmen Konsequenzen erinnern, die es hat, Linkerhand & Co. zu folgen: Ihr müsst zum Beispiel leugnen, dass von Männern und Frauen gleichermaßen ein Mix aus „klassisch männlichen“ und „klassisch weiblichen“ Fähigkeiten verlangt wird – führen, Probleme lösen, sich durchsetzen, aber auch zuhören, im Team arbeiten und Rücksicht nehmen. Und Ihr müsst so tun, als würden Frauen nicht völlig selbstverständlich arbeiten – in Führungspositionen und „Männerberufen“ –, während viele Männer, auch wenn es ganz schön lange gedauert hat, dann doch noch kochen und putzen gelernt haben. Leider müsst Ihr auch einen großen Schritt zurück zum Queerfeminismus machen, den Ihr eigentlich vernünftigerweise ablehnt, weil den materialistischen Feministen weibliche Identität sehr wichtig ist. Und nicht zuletzt müsst Ihr Euch von ihnen zu Schwestern im Opferkollektiv erniedrigen lassen, statt intelligente, selbstbewusste und durchsetzungsfähige Bürger zu sein, die ohne Bevormundung Erfolge feiern, mit anderen ihr Leben genießen und einen lockeren Umgang mit ihren Genitalien pflegen.

Schwestern unter sich

Für die „Feministische Intervention“ und ihre Freunde hängt einiges am Schutz versprechenden Frauenkartell, dem sie vorstehen – von Buchverkäufen über regelmäßige Vortragseinladungen bis hin zur schlichten Befriedigung, eine Bewegung hinter sich zu wissen. Um sich als einzige Hilfe für angeblich entrechtete Studentinnen aufspielen zu können, legen sie sogar nahe, innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft hätten Frauen keine Chance, sich zu verwirklichen. Dann lieber als Jammerguerilla und mit „Leidenschaft unter Frauen“ (Linkerhand) in den Krieg gegen die männliche Gesellschaft ziehen. Selbst wenn man die Reste von Bürgerlichkeit so nicht zu Fall bringt, hat man die Solidarität der anderen Selbstmitleidigen sicher.
Wer den materialistischen Feministen allerdings die Schwesternschaft aufkündigt, gilt ihnen als Verräter. Schlimmer ist nur, wenn Außenstehende – ohne vorheriges frauenbewegtes Bekenntnis – Kritik üben. Magnus Klaue zog ihren Hass auf sich mit seinem Vortrag Doof geboren ist keiner, in dem er Frauen aufforderte, sich um einer Emanzipation Willen, die den Namen verdient, mit dem deutschen Feminismus zu brechen. Genauso Thomas Maul, der in Verdrängung der Prostitution unter anderem gezeigt hat, dass die meisten Frauen ohnehin lieber ihr eigenes Glück suchen als das des Gesamtgeschlechts und sich nicht zum Opfer machen lassen. Im Text Asexuelle Belästigung entzifferte er mit David Schneider den heroischen Kampf junger Feministen gegen das Patriarchat als einen gegen die bürgerliche Zivilisation statt gegen die sexistischen Männer. Die lesenswerten Texte finden sich sämtlich in der Bahamas #78. Klaue und Maul haben sich zur Zielscheibe der „Feministischen Intervention“ gemacht, weil sie es wagten, den Amazonen des Auenwaldes zu widersprechen und sogar noch in ihr Hoheitsgebiet an der Koburger Straße einzudringen. Spätestens jetzt müsste den letzten klar sein, was mit „Feministisch Streiten“ schon immer gemeint war: Wer kein szenegeprüfter Feminist ist, darf nicht kritisieren, und wenn er es tut, triff er nicht auf Streitlust, sondern auf Beleidigtsein und Gallespucken.

Wer’s glaubt, ist selbst schuld

Einen Vorgeschmack auf das heute Abend zu Erwartende gibt der Ankündigungstext, aus dem die nackte Angst der Verfasser spricht, Ihr könntet sie zukünftig links liegen lassen. Sie muss so plagend gewesen sein, dass selbst die durchschaubarste Lüge noch als Rettungsanker erschien. So wird den Autoren der Bahamas als einzig denkbare Motivation „versagte Befriedigung“, „gekränkte Theoretikermännlichkeit“, kurz: „Frauenhass“ unterstellt – in der Hoffnung, Ihr würdet den abgegriffenen Geht-immer-Topos vom traurigen alten Sack schlucken und deshalb weder die Texte lesen noch Euch mit dem Sachgehalt ihrer Einwände beschäftigen. Doch damit nicht genug: Den Gipfel der Peinlichkeit markiert das Wortspiel mit den Namen Mauls und Klaues, das die Verfasser noch zwanghaft unterbringen wollten. Sie dichten ihnen – wie einfallsreich – „Mäuler und Klauen“ an, machen sie also in schlechter linker Tradition zu Tieren.
Und dann wäre da noch die Verleumdung mittels sinnentstellenden Zitierens. Es wird behauptet, Maul und Klaue hätten über Feministen gesagt: „Kaum des Lesens und Schreibens mächtig (1) und unabgelöst von ihren Müttern (2), seien sie so unwillens wie unfähig, ‚Männer, sei es sexuell oder gar intellektuell, zu befriedigen‘ (3).“ Die ersten beiden Punkte beziehen sich auf Klaues Vortrag, der dritte auf den Text Asexuelle Belästigung. Also der Reihe nach: (1) Offensichtlich baut Doof geboren ist keiner in seiner Gänze auf Klugem auf, das Frauen geschrieben haben. Klaue kritisiert, dass große Teile der Zweiten Frauenbewegung „weibliche Ästhetik“ und „Frauenliteratur“ für sich entdeckten, statt sich am universellen Anspruch zu messen, den vorher Männer gesetzt haben. Seine Pointe ist gerade, dass Frauen genauso gut denken und schreiben können wie Männer, wenn sie sich nicht vorauseilend selbst herabsetzen. (2) Kein therapeutisches Analyseergebnis stellt Klaue vor, sondern – Marina Moeller-Gambaroff folgend – eine psychoanalytische Kritik der Zweiten Frauenbewegung am Kult der Schwesternsolidarität: Der Vater steht für Verbot, Gesetz, Verinnerlichung und Individuation, die Mutter hingegen für Gewährung und Schutz. Wer nur auf das Patriarchat schimpft, attackiert einseitig den Vater, verleugnet die Mutter und bekommt so den Konnex von Schutz, Gewährung und Herrschaft nicht in den Blick. In diesem psychoanalytischen Argument steckt nirgends ein Bezug auf individuelle Frauen. Den stellen erst die Denunzianten her. Und abschließend (3): Maul und Schneider klagen niemanden an, Männer nicht befriedigen zu wollen oder können. Sie stellen stattdessen nüchtern fest, dass die heutige Durchschnittsstudentin sich nicht nach einem Verhältnis mit ihren Professoren sehnt, so wie auf der Gegenseite der „lüsterne Professor“ meist nur noch eine „Lagerfeuerstory“ ist. Ihr Vorwurf besteht einzig darin, dass dieses anachronistische Klischee dennoch ständig als Beleg für Alltagssexismus herangezogen wird.
Wem jedes Mittel Recht ist, um seine Kritiker zu verunglimpfen, der ist nicht nur verzweifelt, sondern hält auch seine Adressaten für beschränkt. Wir trauen Euch – trotz aller Dummheiten, für die Leipzigs radikale Linke berüchtigt ist – bedeutend mehr zu als die „Feministische Intervention“, „Outside the Box“ und Koschka Linkerhand. Feminismus praktisch werden zu lassen, hieße, ihnen heute auf den Zahn zu fühlen und zukünftig den Rücken zu kehren.

Eure
AG »No Tears for Krauts«
Januar 2019

Redebeitrag zur Kundgebung gegen Islamismus in Leipzig

Wir dokumentieren unseren Redebeitrag zur Kundgebung der Leipziger Initiative gegen Islamismus vor der Al-Rahman-Moschee. Weitere Beiträge und Pressestimmen können auf der Homepage der Initiative (gegen-islamismus.de) sowie auf deren facebook-Seite nachgelesen werden.

[PDF] Redebeitrag von AG »No Tears for Krauts«
zur Kundgebung »Gegen Islamismus in
Leipzig!» am 21. Dezember 2018

Liebe Besucherinnen und Besucher, liebe Genossinnen und Genossen,

als uns vor einigen Monaten die ersten vorsichtigen Informationen erreichten, dass die „Leipziger Initiative gegen Islamismus“ plane, eine Kundgebung gegen die salafistische Al-Rahman-Moschee zu veranstalten, brauchten wir nicht lange, um uns auf eine Unterstützung des Anliegens zu verständigen. Doch gleichzeitig wuchsen auch Zweifel. Wäre es richtig, gegen eine Al-Qaida-nahe, vom Verfassungsschutz beobachtete Moschee zu demonstrieren, deren bärtige Vorbeter ohne jeden Zweifel Dschihadisten und üble Menschenfeinde sind, aber falsch, gegen eine ordinäre Moschee wie jene in Halle zu intervenieren, in der Grundschulkindern erklärt wird, dass Ungläubige in die Hölle kommen? Ist es nicht so, dass sich vom BAK Shalom über die SPD bis hin zur AfD, vom Kleinstadtpfaffen bis zum Zentralrat der Muslime nahezu das gesamte politische und religiöse Spektrum Deutschlands auf die Formel einigen könnte: „Für radikale Islamisten ist kein Platz in unserer Gesellschaft!“? Innenminister Thomas de Maiziere, von dem diese Parole stammt, dürfte in seiner Politkarriere wenige Sätze geäußert haben, die für sich stehend derart hohe Zustimmungsraten erreichen.

Der Kampf gegen den Islamismus scheint bis auf ein paar irren Antiimperialisten allen am Herzen zu liegen. Wie kann es dann sein, dass im August bei „Wir sind mehr“ 65.000 Menschen gegen braune Wastelands in den sächsischen Zonenrandgebieten demonstrierten, heute aber kaum mehr als ein Tausendstel dessen gegen die Halsabschneider des Propheten sein zartes Stimmchen erhebt? Die Antwort dürfte Wenigen gefallen. Sobald sich eine Kritik am Islamismus konkretisiert, sobald sie Ross und Reiter benennt, kurz: sobald darauf hingewiesen wird, dass Islamismus ohne Islam schwerlich zu denken ist, bekommt der linke islamismuskritische Menschenfreund einen ziehenden Schmerz in der Bauchgegend und verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Dickicht der „Toleranz und Weltoffenheit“. Die heutige Kundgebung vor einer Moschee wird deshalb nicht zu Unrecht als Tabubruch wahrgenommen. Denn nirgendwo sonst als vor einem islamischen Gotteshaus, in dessen Inneren Männer und Frauen säuberlich separiert werden, wird so offensichtlich, dass die Trennung zwischen „friedlichem Islam“ auf der einen Seite und dem wunderschön unkonkreten „bösen Islamismus“ auf der anderen nicht ohne Weiteres aufrechtzuerhalten ist. So zu tun, als hätte der Islam mit dem Islamismus nicht das Geringste zu tun, ist so, als würde ein Alkoholiker behaupten, dass es am Schnaps ja wohl kaum liegen könne. Wer sich aber dieser künstlichen und im Kern ideologischen Trennung verweigert, gilt zumindest als verdächtig. Man sei undifferenziert, rede der AfD das Wort oder sei gar ein Rassist.

Dabei ist es das eine, eine Petition gegen das Kinderkopftuch zu unterschreiben, und das andere, den Islam in der Konsequenz als das zu bezeichnen, was er ist: die weltweit gegenwärtig größte Gefahr für individuelle Freiheitsrechte. Dass diese nicht nur durch bärtige Islamisten beschnitten werden, dass der Alltagsislam auch in Halle und Leipzig – beides Städte mit vergleichsweise kleiner muslimischer Bevölkerungszahl – Mädchen vom Sport- und Schwimmunterricht fernhält, dass auch ganz normale moslemische Jungmänner ihren Schwestern aus Angst um die Beschmutzung der Familienehre das Leben zur Hölle machen, davon will der stets differenzierte Mainstream nichts wissen. Man spricht hierzulande so gern über den Islamismus, um über den Islam schweigen zu können.

Auch wenn Klügere mitunter auf die Formel des „politischen Islam“ zurückgreifen, verschleiert diese Formulierung mehr als sie erhellt. Kann eine Religion, die im Kern einen politischen Anspruch hat, nicht politisch sein? Kann es einen unpolitischen Islam überhaupt geben? Warum werden liberale Moslems wie Seyran Ates und Ahmad Mansour, die sich als absolute Minderheit für die Privatisierung des Glaubens – also gegen einen politischen Islam – einsetzen, dann mit dem Tod bedroht und brauchen Polizeischutz? Der Anspruch des Islam ist total. Er ist expansiv, und seine Anhänger würden das im Gegensatz zu seinen antirassistischen Freunden niemals leugnen. Der Islam ist nicht nur ein Glaubensbekenntnis, sondern erhebt einen umfassenden Herrschaftsanspruch. Seine Lehre sabotiert die Idee individueller Freiheit, die die Aufklärung gebracht hat.

In Deutschland wird über den Islam inzwischen zwar viel gesprochen, doch leider kommt dabei nur selten etwas Vernünftiges heraus. AfD, Pegida und Co. kaschieren mit der Rede vom Islam nur sehr mühsam ihr fremdenfeindliches Ressentiment. Und das linksliberale Lager übt sich, mit dem politischen Mainstream im Rücken, in kollektivem Antirassismus, der nichts anderes als übler Kulturrelativismus ist. Der Schutz der „fremden Kultur“ wiegt dabei schwerer als der Schutz des Individuums. Der Verrat der Gutbürger gerade an jenen Menschen, die eine fast immer traumatische Flucht hinter sich gebracht haben und vielfach die Hoffnung mitgebracht hatten, ohne den repressiven Zugriff der Religion frei und selbstbestimmt leben zu können, ist der Preis für das politische Wellnessprogramm, das seinen Ursprung in der deutschen Vergangenheitsbewältigung hat. Die Wenigen, die hierzulande eine ernsthafte Kritik am Islam formulieren, sind so gut wie immer liberale oder ehemalige Muslime.

Der Deutschen Knacks besteht nicht im Hass auf alles Fremde. Sozialpsychologisch interessanter und gefährlicher ist eine viel tiefer im kollektiven Bewusstsein liegende Störung. Sie ist eine Art Abfallprodukt der deutschen Läuterung. Sie besteht darin, sich um keinen Preis des Rassismus verdächtig zu machen. Dass man stets tolerant zu sein habe. Das „Nie wieder“ als über allem stehendes Leitmotiv führt paradoxerweise zu einer Blindheit gegenüber Entwicklungen, die objektiv und statistisch deutlich gefährlicher sind als die braunen Jungs aus der Platte. Während die Bundesrepublik zu Recht jahrelang über den „NSU-Komplex“ diskutierte, fanden 2018 in diesem Land über 50 Ehrenmorde und Mordversuche statt. Mediale Reaktion: Nahezu Null.

Während in Frankreich der Alltagsislam offen als Problem benannt wird, tut man sich in Deutschland immer noch schwer. Im Nachbarland haben Anfang des Jahres hunderte Intellektuelle unterschiedlichen religiösen und politischen Hintergrunds, darunter drei ehemalige Präsidenten, eine Petition unterschrieben, in der muslimischer Antisemitismus verurteilt, der Koran als „überholt“ bezeichnet und folgerichtig gefordert wird, Koransuren mit Tötungsaufrufen zu entfernen. In Deutschland berichteten darüber fast nur die dubiosen Webseiten der extremen Rechten, in Österreich immerhin die Zeitung „Der Standard“.

Nicht wenige Deutsche beschäftigen sich selbst zunehmend mit ihrer eigenen Herkunft und entdecken ihre Wurzeln in Niederschlesien. Das Faible für Tradition, Familie und Sicherheit durch Nähe ist offenbar ein Kind der Zeit. Eheschließungen nehmen seit Jahren wieder deutlich zu. In diesem Zusammenhang kann durchaus auch von einer heimlichen Faszination für den Islam gesprochen werden, der diese Werte in Reinform zur Verfügung stellt. Insbesondere männliche Jugendliche rasten heute wie selbstverständlich aus, wenn jemand – und sei es noch so harmlos – die eigene Familie beleidigt. Was einst ein Ghettoprivileg unter moslemischen Jugendlichen war, hat längst Einzug in Sprache und Habitus des Durchschnittsjugendlichen gehalten. In einer Gesellschaft, in der Individualität mit Kleidungsstil verwechselt wird, bietet der Islam mit seinen starren Richtlinien und Vorschriften dem atomisierten Individuum auch Schutz und Zuflucht. Das Unbehagen an der Moderne, an der westlichen Zivilisation als solche, mit all ihrer Dekadenz, der Gewaltenteilung, mit ihren individuellen Freiheitsrechten und der mühsamen Aushandlung von Konflikten eint weite Teile der Gesellschaft von rechts bis links.

Kurz gesagt: Die Deutschen haben keinen Schimmer, was es eigentlich am Westen gegen den Islam zu verteidigen gibt. Kein Wunder also, dass es kaum jemand tut.

Vielen Dank!

 


Weitere Beiträge und Pressestimmen können demnächst auf der Homepage der Initiative (gegen-islamismus.de) sowie auf deren facebook-Seite nachgelesen werden. Hier eine Übersicht:

  1. Grußworte (zur Leipziger Initiative gegen Islamismus)

    Alex Feuerherdt, freier Publizist
    Berlin gegen Islamismus
    Sigrid Herrmann-Marschall, Bloggerin und Islamismusexpertin

    Berliner Initiative „Ehrlos statt wehrlos

  2. Einleitungsrede der »Leipziger Initiative gegen Islamismus«

  3. Der alltägliche Islam
    - Redebeitrag von En Arrêt Berlin (EAB)

  4. Islamismus und Islam
    - Redebeitrag von AG »No Tears for Krauts« Halle (NTFK)

  5. Islamischer Antisemitismus ist islamisch
    - Redebeitrag der Gruppe Thunder in Paradise (Frankfurt)

  6. Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime)

  7. Redebeitrag von Inge Bell
    für die Leipziger Städtegruppe »Terres des femmes« (TDF)

  8. Redebeitrag von Marie Kreutz

 


Bericht der LVZ: (21.12.2018)

Blog Islamismus und Gesellschaft: Linkes Bündnis demonstriert vor Problem-Moschee

Beitrag im Sachsenspiegel [ab 13:15] https://www.mdr.de/tv/programm/video-260874_zc-12fce4ab_zs-6102e94c.html

JungleWorld: Islamkritik im Regen. Konflikte zwischen linken Islamkritikern und linken Islamverstehern in Leipzig (03.01.2019)

 

Die Riedel-Antideutschen

Folgendes Flugblatt haben wir am 02.10.18 vor der Veranstaltung Abgesang des Abendlandes — Grenzarbeit, mit Felix Riedel verteilt, die von der Selbsthilfegruppe Initiative gegen rechte Antideutsche organisiert wurde.

[PDF] Flugblatt: Die Riedel-Antideutschen

 

Die Riedel-Antideutschen

Liebe Gäste des heutigen Vortrags,

wir verstehen Euer Interesse nur zu gut. Man bekommt nicht alle Tage die Chance, einem Mann zu lauschen, der glaubhaft von sich sagt, sein Spezialgebiet sei die Hexenjagd. Dass Felix Riedel nicht nur im akademischen Bereich ein ganz besonderes Verhältnis zu Spuk und Hexerei pflegt, macht ihn zum Referenten erster Wahl für die Leipziger »Initiative gegen rechte Antideutsche«.

Verleumdung als Geschäftsmodell

Felix Riedel wäre bereit, für einen Platz auf dem Podium seine eigene Mutter zu verkaufen. Auf seiner Website erklärt er, ihm sei das »Denken und Schreiben in gesellschaftlich umkämpften Feldern« derart »Leidenschaft und Pflicht« geworden, dass er sich nichts sehnlicher wünsche als Einladungen zu Vorträgen, um seinen Senf unter die Leute zu bringen. Kommen die nicht wie gewollt, geht es mit ihm durch: So war es Riedel nicht zu peinlich, an Veranstalter heranzutreten, die wegen geplanter Vorträge mit Bahamas-Autoren Anfeindungen ausgesetzt waren, und sich als besseren Referenten zu empfehlen. Gleichzeitig kurbelte er die Empörungsmaschinerie fleißig an, indem er die Eingeladenen, auf deren Platz er scharf war, hemmungslos als Rassisten und Sexisten diffamierte.
Weil Verleumdung sein Geschäftsmodell ist, verdankt Riedel auch seine heutigen zwei Stunden Ruhm einer länger gärenden Denunziationskampagne. Ihre Speerspitze, die »Initiative gegen rechte Antideutsche« trat auf den Plan, als für den 28. Mai in Leipzig ein Vortrag mit dem Bahamas-Autor Thomas Maul innerhalb der Reihe »70 Jahre Israel« angekündigt wurde. Die Veranstaltung mit dem Titel »Zur Kritik des islamischen Antisemitismus und seiner Bagatellisierung« sorgte für einen Eklat in der Messestadt. Zuvor hatte Maul bei Facebook anlässlich einer Rede Alexander Gaulands zur deutschen Israelpolitik geschrieben: »Immer wieder erscheint die AfD objektiv als einzige Stimme der Restvernunft im Deutschen Bundestag…« Zwar hatte er damit in erster Linie die Redner der anderen Parteien gescholten, die im Gegensatz zu Gauland nicht auf israelfeindliche Bemerkungen verzichten konnten. Doch für Linke aller Provenienz war klar: Wer nicht dreimal hervorhebt, wie menschenverachtend die AfD sei, kann nur ein Rechter sein.
Der Leipziger Studentinnenrat, die Naturfreundejugend Berlin und die Falken Leipzig zogen ihre bereits zugesagte Unterstützung für die Vortragsreihe zurück. Im Nachgang der Veranstaltung überboten sich die Freunde des allseitigen Rechtspopulismusvorwurfs in wilden Anschuldigungen gegenüber dem Autor der Bahamas. Sie wurden selbst dann nicht stutzig, als sie tatkräftige Unterstützung durch Artikel in der taz, dem Neuen Deutschland und sogar der Jungen Welt erhielten. Freilich hat die »Initiative gegen rechte Antideutsche« ihre Freunde verdient. Sie behauptete im Gleichklang mit allen drei Zeitungen, Thomas Maul habe die ungarische Flüchtlingspolitik befürwortet. Das tat er zwar nie, sondern kritisierte ausdrücklich Viktor Orbán – was man auch in der öffentlichen Dokumentation des Vortrags nachlesen konnte. Doch während die Junge Welt noch so redlich war, eine Gegendarstellung nachzuschieben, ist den Leipziger Denunzianten die Wahrheit herzlich egal. Seit ihrer Gründung üben sie sich einzig darin, jedem, der Widerspruch gegen ihre halbgaren Gewissheiten erhebt, eine Nähe zur AfD zu unterstellen.

Riedelei für Einsteiger

Deshalb ist Felix Riedel für sie genau der richtige Mann. Der Marburger Oberdenunziant lässt keine Gelegenheit ungenutzt, Ideologiekritikern die Bildung einer »Querfront« mit der AfD anzudichten – so etwa in der Ankündigung des heutigen Vortrags. Seine Methode hat er in seinem Text »Rechtsantideutsch – Zur Genese eines Phänomens« mustergültig vorgeführt. Wortfetzen reichen ihm, um aus Sören Pünjers Kritik des ideologischen Antirassismus eine rechte Gesinnung zusammenzuschustern. Zuerst zitiert Riedel den Autor der Bahamas: »Rassismus, der wirklich noch Rassismus genannt werden kann, also nicht die Verrücktheiten der Antira-Szene, die jede staatliche Regulierung von Zuwanderung als Rassismus geißelt, oder jeden, der das Wort Neger in den Mund nimmt, standrechtlich zusammenschlagen will, hat doch nicht wirklich eine Zukunft. Die Zukunft gehört der Ideologie des Antirassismus…« Daraus zaubert er sogleich: Pünjer mache »aus der humanistischen Kritik der immer weiter eskalierenden Dezimierung von Flüchtlingen durch Hürden, die sie in den Kriegsgebieten halten sollen, schon ein ›Geißeln‹ ›jeder staatlicher Regulierung von Zuwanderung‹. Das ist der Jargon der Rechten, die aus der verzweifelten Flucht von etwa 50 Millionen Menschen weltweit eine gemütliche ›Zuwanderung‹ zu machen sucht, die dann nur ›reguliert‹ würde.«
Merke: Die Worte »Zuwanderung« und »regulieren« sind strengstens verboten. Wer sich daran nicht hält, ist schon Teil der Gauland-von Storch-Fraktion. So will Riedel jede Diskussion über Migrationspolitik im Voraus abwürgen. Schlechte Karten also für alle, die über ein sinnvolles Einwanderungsgesetz reden wollen, das es Zuwanderern erleichtert, sich ein Leben in Deutschland aufzubauen. Denn die Forderung nach staatlicher Regulierung auf diesem Feld ist ja Sache der Rechten. Riedels bester Trick funktioniert aber ganz subtil. Offensichtlich spielt er auf den »Jargon der Rechten« nach 2015 an, als es für Flüchtlinge immer schwerer wurde, nach Deutschland zu gelangen. Was er dabei verschweigt: Die Aussagen Sören Pünjers, mit denen dieser vermeintlich in den Kanon der Fremdenfeinde einstimme, stammen von 2004.

»Querfront« ist überall

Der kurze Auszug steht exemplarisch für Riedels Texte zur Bahamas und ihren Freunden, die weithin von Unterstellungen, Reizbegriffen und Begriffswillkür leben. Heute Abend will er noch viel höher hinaus, und kündigt – bescheiden wie er ist – folgende Welterklärung für den »Sinkflug« der Zeitschrift mit steigenden Abonnementzahlen an: »Über fünfzehn Jahre hinweg lassen sich strukturelle Ursachen dieses Absturzes vorahnen: Eine konservative Fehlinterpretation der Freudianischen Psychoanalyse, eine teleologische Entwicklungsideologie eines undialektisch gelesenen Marx, eine gescheiterte Begriffsbildung zum Rassismusproblem, Mythen und Unklarheiten zu komplexen Konflikten wie den Jugoslawienkriegen.« Man darf gespannt sein auf die Erklärung des Copy-and-Paste-Genies, warum Thomas Maul und Justus Wertmüller in die Arme Gaulands fielen, weil sie im Marx zu wenig den Hegel sahen. Sein multikausaler Ansatz verspricht immerhin einen langen Abend. Ob der Möchtegern-Oberstudienrat da noch Zeit findet, die Positionen der AfD zu kritisieren, zu denen die Autoren der Bahamas angeblich übergelaufen seien? Welch ein Glück für ihn, dass er auf das zuvorkommende Einverständnis seines Publikums bauen kann. Denn zur Sache selbst hat die Leipziger Antifa nicht mehr zu sagen als der bundesdeutsche Mainstream: »Fuck AfD!«
Mit Riedel ist sie sich einig, dass jeder, der sich weigert, in der Kampagne gegen den Volksfeind des geläuterten Deutschlands mitzumischen, zur »Querfront« mit der AfD gehört. Das Label hat gerade Aufwind, weil man – denkfaul und begriffsstutzig wie immer – Beliebiges unter ihm subsumieren und in den Giftschrank verbannen kann. Mit seiner Hilfe werden der Bayerische Bauernverband, der Pirnaer Ortsverein der AfD und die Berliner Redaktion der Bahamas kurzerhand zu gemeinsamen Vorkämpfern der Faschisierung Deutschlands erklärt. Natürlich gäbe es Unterschiede zwischen Konservativen, »Wir-sind-das-Volk!«-Ossis und »Rechtsantideutschen«, aber irgendwie würden sie sich halt in Sprache und Positionen ähneln. Das liest sich dann so wie im Facebook-Gründungstext der »Initiative gegen rechte Antideutsche«. Dort heißt es, »die Konvergenz von Islamismus, der AfD und rechten Antideutschen« bestehe darin, dass der Islam, Pegida, die AfD und Thomas Maul »zuviel gemeinsam haben um nebeneinander existieren zu können.« Darauf folgt die alte Leier, dass sich völkische Rechte mit dem Islam in der Ablehnung westlicher Werte einig sind. Was den Salonkritikern dabei durch die Lappen ging: Sie hätten schon noch erklären müssen, wie Maul und die »rechten Antideutschen« in die Aufzählung gelangt sind. Oder haben wir verpasst, dass Ideologiekritiker neuerdings zum Angriff auf die bürgerliche Gesellschaft blasen?

Die goldene Mitte

Die Leipziger Szene und ihre Avantgarde-Initiative bedienen sich solcher Verunglimpfungen, um weiterhin mal ein Bisschen Kritische Theorie lesen zu können, während sie jede Konsequenz für Denken und Handeln von sich fernhalten. Wer den mühsam antrainierten Begriffsapparat nicht zur Disposition stellen und es sich mit niemandem verscherzen will, muss eben ab und an mit aufgeschnappten Sprachhülsen gegen fiese Nestbeschmutzer Stimmung machen. Weil Felix Riedel darin die meiste Übung und wenigsten Hemmungen hat, darf er sich kurzzeitig zum spirituellen Führer der Leipziger Antideutschen aufschwingen. Das Marburger Multitalent weist den Weg zur goldenen Mitte zwischen altbackener Junger Welt und der verpönten »Querfront«-Bahamas. Er imponiert mit seinen argumentativen Spreizfugen, die zwischen unvereinbaren Positionen vermitteln und jeden logischen Widerspruch überbrücken.
So schafft es Riedel, sich in seinem jüngsten Seminar zur Critical Whiteness gleichermaßen auf die Kritische Theorie und Stuart Hall, eine Ikone des Postkolonialismus, zu berufen. Seine Ying-Yang-Sülze schützt wirksam davor, einen Gedanken auch dann mal zu verfolgen, wenn sein Ergebnis von der linken Linie abweichen könnte. Im Tonfall eines gutmeinenden Vaters erklärt er seinen Zöglingen, wo sie unbedingt mit dem Denken aufhören müssen, wollen sie nicht ihren Platz im Wohlfühlbecken der Szene gefährden. Felix Riedel und die »Initiative gegen rechte Antideutsche« sind die passenden Protagonisten für eine Linke, der stupide Selbstvergewisserung mehr gilt als Kritik.

AG »No Tears for Krauts«
Leipzig, Oktober 2018

Bonjour Tristesse #23 (Sommer 2018)

Kurzmitteilung

Bonjour Tristesse #23
(Sommer 2018)

Die neue Bonjour Tristesse ist da. Das gedruckte Heft liegt an den bekannten Orten in Halle, Leipzig und Dessau aus. Hier geht es zu den Beiträgen im Blog: bonjourtristesse.wordpress.com

Download [PDF] Bonjour Tristesse 232018

DIE THEMEN DER AUSGABE #23:

FÜR DEN FEMINISMUS

In der aktuellen Bonjour Tristesse (Nr. 23) wurde unser Flugblatt veröffentlicht, das wir im April 2018 auf einer antifeministischen Demonstration mit dem Motto »Konsequent. Feministisch. Antifaschistisch. Kick them out – Nazizentren dichtmachen!« verteilt haben.

Für den Feminismus.
Ein Flugblatt der AG No Tears for Krauts Halle.

 

Liebe Teilnehmer der heutigen Demonstration,

mal Hand aufs Herz: Kommt es Euch nicht auch etwas lächerlich vor, auf eine feministische Demonstration zu gehen, die sich gegen die Identitären richtet? Oder gar verlogen? Anscheinend nicht, denn ansonsten wärt Ihr zuhause geblieben, anstatt Euch hier bei einem Protest gegen ein Dutzend Flachpfeifen, die ohnehin niemand zu mögen scheint, als ehrenwerte Verteidiger des Fe­minismus aufzuspielen.


Marsch der Begrifflosen

Man kann den Leuten von der Identitären Bewegung (IB) einiges vorwerfen. Ihre Mitglieder sind gewaltaf­fin, sie haben ein Faible für faschistische Ästhetik (Seitenscheitel, Fackelmärsche) und sie träumen von ethnisch homogenen Gemeinschaften. Vor allem aber sind sie fremdenfeindliche Arschlöcher, die ein halb­wegs geschicktes Händchen haben, Aufmerksamkeit zu erregen. Dass ihnen das in der letzten Zeit so gut ge­lang, dazu habt allerdings auch Ihr beigetragen. Denn anstatt die Identitären aus der Adam-Kuckhoff-Straße einfach als unangenehme Nervensägen zu behandeln, wart Ihr wackeren Antifaschisten Euch nicht zu blö­de, sie zu einer Gefahr für alles Mögliche zu stilisieren. Und nun soll es das Frauenbild dieser Handlampen sein, das der befreiten Gesellschaft im Weg steht, von der im Aufruf die Rede ist?
Wie kommt Ihr überhaupt darauf, dass die IB son­derlich sexistisch sei? Deren weibliche Protagonisten treten sehr selbstbewusst und nun wahrlich nicht als die »Heimchen vom Herd« auf. Uns sind auch keine Verlautbarungen der Identitären bekannt, die diese als üble Sexisten überführen. Gewiss, wir sind nicht die Nazi-Experten wie Ihr. Aber so ganz haut Euer Vorwurf nicht hin. Die Identitären haben sicherlich ein traditionelles Frauenbild. Aber das ist weder dezidiert sexistisch, noch unterscheidet sich das wesentlich von anderen Milieus wie den Fans vom Halleschen Fuß­ballclub, den Ammendorfer Sportkeglern oder dem Frauenyogakurs im Iris-Regenbogenzentrum.
Mit Begriffen scheint Ihr es ohnehin nicht so genau zu nehmen. Die ständig wiederholte Behauptung, dass die Identitären durchweg Nazis seien, ist zudem nicht ganz richtig. Weder beziehen sie sich positiv auf den Nationalsozialismus, noch teilen sie dessen ideologi­schen Kern, den zur Vernichtung drängenden Antise­mitismus. Wir wollen Euch jetzt an dieser Stelle nicht mit Theorie behelligen – schließlich seid Ihr ja hier, um gegen fiese Nazischweine zu demonstrieren. Aber worin bitteschön äußern sich solche Vernichtungs­wünsche bei der IB? Das Verschwörungsdenken dieser Leute unterscheidet sie jedenfalls nicht von Attac und Co., deren Mitglieder Ihr natürlich niemals als Nazis bezeichnen würdet. Und bitte kommt jetzt nicht mit »Ethnopluralismus«. Der Begriff, den Ihr gerne an­führt, um die IB’ler als besonders schlimme Rassisten auszuweisen, taugt nicht einmal dazu, die Neue Rech­te mit ihrem Traum von einem Fest der Völker von der Neuen Linken mit ihrer Freude am Karneval der Kulturen abzugrenzen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir mögen die Jungs und Mädchen mit ihrem penetranten Hang zur Selbstüberschätzung auch nicht. Uns liegt nichts daran, sie zu verteidigen. Es spricht nichts dagegen, sie in die Schranken zu weisen – erst recht, wenn sie anfangen Leute zu bedrohen.
Aber wir finden Eure Schaumschlägerei gegen diese paar Trottel hochnotpeinlich. Euch fällt gar nicht auf, wie sehr Ihr selbst zu den Handlangern einer Politik geworden seid, der es nur noch um das reine Gewissen geht. Anwohnerinitiativen, Stadtrat, Stura und Universitätsleitung geben Statements gegen die Identitä­ren ab, die Euren Äußerungen gar nicht so unähnlich sind. Den Deppen von der IB scheint das große Heer Antifaschisten jedweder Couleur, in das Ihr Euch hier eingereiht habt, ganz recht zu kommen. Würde es sie nicht geben, Ihr müsstet sie erfinden. Heute geht Ihr mit Hunderten auf die Straßen. Wenn es aber nicht deutschstämmige Nazis sondern Migranten sind, die, wie am 16. Dezember vergangenen Jahres, eine De­monstration abhalten, die offener antisemitisch ist als jeder Aufmarsch der Brigade-Suffnazis aus der halli­schen Silberhöhe, dann bleibt ihr zuhause.


Selbstvergewisserung statt Feminismus

Ist es möglich, dass es Euch auch beim Thema Femi­nismus gar nicht so sehr um die Identitären geht, son­dern eher um Euch selbst? Habt Ihr schon mal dar­über nachgedacht, dass Eure Beißreflexe gegenüber dem »Nazizentrum« in erster Linie einer Vermeidung dienen? Wenn Ihr Euren Lieblingsfeinden unbeirrbar Sexismus und Rassismus unterstellt, braucht Ihr Euch gar nicht erst die Frage zu stellen, ob sie an dem einen oder anderen Punkt nicht vielleicht doch Recht haben. Gewiss, sie sind Fremdenfeinde und interessieren sich für sexuelle Übergriffe nur dann, wenn sich Migranten als Täter finden. Aber stimmt es vielleicht nicht sogar, dass das Frauenbild autochthoner Männer bei wei­tem nicht das Schlimmste ist, was der Markt derzeit hergibt? Und ist es nicht möglicherweise wahr, dass Übergriffe gegen Frauen schneller bagatellisiert wer­den, wenn sie von Zugezogenen begangen werden? Ist es nicht auch in linken Läden so, dass es bei sexuel­len Belästigungen durch einen Nicht-Deutschen aus Rücksicht auf seinen »kulturellen Background« weit­aus länger dauert, bis er eine Backpfeife bekommt als bei einem deutschen Proll?
Ihr ahnt sicherlich, was jetzt kommt: Ein durchaus beträchtlicher Teil des vom Islam geprägten Milieus – sowohl frisch zugewandert als auch Teile der schon länger hier lebenden Moslems – ist der Ansicht, dass Frauen sich den Männern zu fügen haben. Die Verführungskraft weiblicher Sexualität und deren vermeintli­cher Ausdruck – Haare, Arme, Körperlichkeit etc. pp. – wird von Anhängern des Propheten Mohammed als Bedrohung empfunden, die durch Verhüllung zu ban­nen sei. Harām gekleidete Frauen werden als »Schlam­pen« bzw. legitime Beute gesehen, was sich immer wie­der in sexueller Gewalt entlädt. Wir wissen, Ihr werdet nicht gerne an die Kölner Silvesternacht erinnert. Und falls doch, antwortet Ihr reflexartig mit »Oktoberfest«. Euch ist keine Verrenkung zu blöd, um über das Frau­enbild des Islams nicht sprechen zu müssen.
Und? Merkt Ihr etwas? Springt bei diesen Worten Euer Rechtspopulismusradar an? Es hat sich näm­lich – insbesondere seit Pegida, AfD und IB ihren nur halbherzig verschleierten Fremdenhass als »Islamkri­tik« verkaufen – eingebürgert, dass jede Kritik am Is­lam und dessen Zumutungen abgewehrt wird, indem man jenen, die diese aussprechen, Rassismus vorwirft. Dabei müssten Feministen gerade hier besonders laut aufschreien. Im Aufruf wird stattdessen die Frauen­verachtung »islamischer Fundamentalisten« erwähnt, die eine »ideologische Gemeinsamkeit« mit der IB begründen würde. Ihr tut damit alles, um den strukturellen Sexismus im Islam in jeglicher Hinsicht zu re­lativieren. Denn was hat bitteschön das konservative Rollenbild, dem die Identitären möglicherweise nach­trauern, mit der Lebenswirklichkeit unzähliger Frauen zu tun, die das Haus nur verschleiert verlassen dürfen, sich daheim aber jederzeit für ihren Mann zur Verfü­gung stellen sollen? Mit jenen jungen Frauen, die per­manent einen ihrer Brüder an der Seite kleben haben, damit bloß keine Schande über die Familie kommt? Die ihren Kampf um individuelle Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung meist verlieren und im schlimms­ten Fall umgebracht werden?
Es ist übler Zynismus, wenn im Aufruf von einer »ge­samtgesellschaftlichen Frauenverachtung« gefaselt wird. Frauen haben in westlichen Gesellschaften na­hezu die gleichen Chancen und Rechte wie Männer. Sie können ihren Wunschberufen nachgehen, in man­chen Gegenden verdienen sie inzwischen aufgrund ihrer höheren Qualifikation sogar mehr als Männer, und in Halle sind Frauen unter den Studenten in der Überzahl. Und während sie im Islam dem Gutdünken und der Willkür der Männer ausgesetzt sind, werden hier Übergriffe auf ihre (sexuelle) Selbstbestimmung gesellschaftlich verurteilt und geächtet.
Doch ihr Paradefeministen differenziert und ver­gleicht solange, bis das Problem nicht mehr wiederzu­erkennen ist. Gegen Euch ist jeder Feminismus zu ver­teidigen, der sich nicht scheut, den größten Agenten der Frauenunterdrückung in Deutschland zu benen­nen, ohne nebulös herumzueiern und von »religiösen Strukturen« zu schwadronieren.
Also, liebe Demonstranten, nehmt es uns nicht übel. Aber: Ihr seid Teil des Appeasements gegenüber dem Islam und verratet all jene Frauen und Homosexuelle, die täglich unter den Zumutungen des Islams zu leiden haben. Ihr betreibt nur dümmliche Selbstvergewisse­rung, wenn Ihr in Eurem Aufruf auch Konservative für ihr traditionalistisches Rollenbild anklagt, als wären sie inzwischen nicht diejenigen, die noch am beharr­lichsten individuelle Freiheiten gegenüber dem Islam und seinen linken Freunden verteidigen. Eure Indif­ferenz gegenüber der Zerstörungswut des Islams ist für das gesellschaftliche Zusammenleben gefährlicher als die ohnehin einflusslosen Mitglieder einer rechten PR-Sekte. Mit Euch lässt sich kein Feminismus machen! – Kickt Euch!

Eure No Tears for Krauts
Halle (Saale), April 2018