Veranstaltungsprogramm der AG Antifa — Winter 2022/23

Nach der Auflösung des AK Antifa durch den StuRa der Uni Halle ist das neue Semesterprogramm der AG Antifa erschienen. Wir empfehlen den Einleitungstext zur Lektüre und wünschen interessante Vortrags- und Diskussionsabende im Herbst/Winter:

Zum Begriff des Antifaschismus

Oder: Warum die Antifaschistischen Hochschultage in diesem Jahr nicht an der Hochschule stattfinden

Download des Programmhefts als PDF

_____________________________

 

20. Oktober 2022

Buchvorstellung, Vortrag und Diskussion mit Jan Gerber

Das letzte Gefecht.

Zum Niedergang der Linken

 

22. Oktober 2022

Ersti-Party

Schöner Feiern ohne Stura

 

03. November 2022

Vortrag und Diskussion mit Justus Wertmüller

Avantgarde is dead.

Über die Rolle moderner Kunst in postkolonialen Zeiten

 

17. November 2022

Vortrag und Diskussion mit der Gruppe Thunder in Paradise

Sozial-ökologische Kriegswirtschaft

 

01. Dezember 2022

Filmvorführung mit einer Einleitung von Christoph Hesse

Tsahal.

Claude Lanzmann, 1994

 

16. Dezember 2022

Podiumsgespräch mit anschließender Jahresabschlussfeier

Frieren für Deutschland?

Wie umgehen mit den neuen Sozialprotesten

 

United in Love – but only how we want it!

Gerade einmal drei Jahre ist es her, als die AG „no tears for krauts“ unten stehendes Flugblatt auf dem CSD in Halle verteilte. In diesem wurde erklärt, was es mit dem Zeigen von Israelfahnen auf dieser Demonstration auf sich hatte. Die CSD-Demos der Jahre 2018 und 2019 waren zwar gut besucht, sind aber zuletzt noch deutlich größer geworden. Doch nicht nur die Anzahl der Teilnehmer hat sich in den letzten drei Jahren geändert. Während der Christopher Street Day ursprünglich begangen wurde, um an die Kämpfe der Schwulen und Lesben von Stonewall vor 53 Jahren zu erinnern, verschiebt sich der inhaltliche Schwerpunkt nun immer mehr in eine Richtung, die wir vor drei Jahren nicht absehen konnten.
Während die Anzahl homofeindlicher Angriffe, insbesondere von Anhängern der sogenannten Religion des Friedens, weiterhin hoch ist, wird auch in der queeren Szene nicht davor zurückgeschreckt, körperlich gegen lesbische Frauen vorzugehen. Beim Kölner Dyke March wurde eine Gruppe Frauen von mehreren queeren Aktivisten angegriffen und verletzt. Auslöser war neben einigen Transparenten eine Regenbogenflagge mit der Aufschrift „LGB-Lesbe, homosexuell nicht queer“, die von den queeren Blockwarten als transfeindlich erachtet wurde und beseitigt werden sollte.
Auch der CSD in Halle wird gegenwärtig von Queerfeministen dominiert, die jegliche Abweichung ihres sektengleichen Aktivismus massiv bekämpfen. Rigoros wird versucht, Menschen von Demonstrationen zu vertreiben, die von „Frauen“ statt „Flintas“ reden oder die sich prostitutionskritisch äußern. Etwas nachsichtiger gab man sich dagegen, wenn eine junge Frau, wie im letzten Jahr auf dem CSD in Halle, „Scheiß Juden“ zu Leuten sagte, die eine Israelfahne mit sich führten. Die Organisatoren sahen damals keine Notwendigkeit, diese Dame der Demonstration zu verweisen. Dass Antisemitismus nicht weiter stört, ist in Queer-Kreisen schon länger zu beobachten. Judith Butler, die Mutter der queerfeministischen Bewegung, lässt kaum eine Gelegenheit aus, um Israel zu dämonisieren. So ist es nur folgerichtig, dass das großmäulige und hier anwesende „Radikale Flinta-Kollektiv“ zur Teilnahme an der Internationalistischen Queer Pride in Berlin aufrief. Auf diesem antisemitischen Aufmarsch solidarisierte man sich mit „Palästina“ und hetzte so massiv gegen Israel, dass Hamas und Hisbollah weitestgehend zufrieden mit der hippen Performance ihres queeren Nachwuchses aus Europa sein dürften.
Unser Flugblatt, das vor drei Jahren aktuell war, wirkt angesichts dieser Entwicklungen bereits etwas aus der Zeit gefallen. In diesen drei Jahren gelang es den Queerfeministen nicht nur in Halle, verschiedene Institutionen und Gremien an sich zu reißen und unliebsame Meinungsträger heraus zu drängen. Nicht zuletzt aufgrund seiner antisemitismuskritischen Arbeit wurde vom Stura der MLU Halle, der Arbeitskreis Antifaschismus unter dem Vorwand, dieser sei transfeindlich, aufgelöst. Es verwundert kaum, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Mitglieder des Sturas im „Radikalen Flinta-Kollektiv“ mitwirken oder in der queer- und transaktivistischen Szene eingebunden sind. Eben jene Szene, die zusammen mit der Stadtfraktion der „Linken“ kritische Aktivisten in der „Linksjugend Solid“ aus der Gruppe mobbten und ihre geplanten Vorträge mit allen Mitteln verhindern wollten. Der Stura Halle, die diversen Gruppen der „Linken“ und nun auch der CSD werden von Leuten gekapert, die kein Problem mit Israelhass haben und – um propagandistisch Kapital daraus zu schlagen – homofeindliche in transfeindliche Angriffe umlügen. Jüngstes Beispiel dafür ist der tragische Tod von Malte C. auf dem CSD in Münster, der sich einem Mann entgegenstellte, der aus seinem homofeindlichen Weltbild keinen Hehl machte und Frauen auf der Demo als „lesbische Huren“ beleidigte. Dass der Tschetschene in seinem Hass ihn daraufhin totschlug, ist abscheulich. Malte, der in früheren Jahren eine Frau war, musste sterben, weil in der Welt des Mörders weder selbstbewusste Frauen noch Homosexuelle oder Transmenschen eine Daseinsberechtigung haben. Wie pietätlos queerfeministische Propagandisten agieren, wurde im Anschluss der Tat in den sozialen Medien deutlich. Das Motiv des Täters wurde auf Transfeindlichkeit heruntergebrochen und die Schuldigen sofort benannt. Nicht etwa islamische Hassprediger, homofeindliche Erziehung oder „Kulturen“, in denen Homophobie und Antisemitismus tragende Säulen der Identitätsbildung darstellen, haben den Tod von Malte zu verantworten, sondern sogenannte „Terfs“. Also jene Feministen wie Alice Schwarzer, die sich erdreisten, sich kritisch zum Transaktivismus zu äußern, hätten den Täter zur Tat getrieben. Diese dreiste und propagandistische Lüge sowie die Vorstellung, der Mörder von Malte habe sich durch die „Emma“ zur Tat inspirieren lassen, geben ein treffendes Bild ab, wie die transaktivistischen Lautsprecher es mit der Wahrheit halten.
Es ist höchste Zeit, Leuten, die mit Gewalt gegen Menschen, Farbanschlägen, Denunziationen und Drohungen ihre Vorstellungen durchsetzen und jegliche Kritik daran denunziatorisch als „transfeindlich“ abcanceln, die Angriffe auf Lesben begehen und homofeindliche Übergriffe sowie die Motive dahinter umlügen, die antisemitische Beleidigungen nicht weiter interessieren, entschlossen entgegenzutreten und ihnen ihre reaktionären Umtriebe bei jeder Gelegenheit vor die Visage zu halten.
Stonewall means fight back! Smash gay oppression!
Ihre NTFK,
September 2022

Flugblatt
CSD in Gaza!

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der heutigen CSD-Demonstration,

vielleicht waren einige von Euch schon letztes Jahr dabei, als überraschend viele, überwiegend jüngere Menschen in Halle für die Rechte der Homosexuellen auf die Straße gegangen sind. Vielleicht sind Euch dabei auch einzelne Israelfahnen aufgefallen. Und vielleicht habt Ihr Euch gefragt, warum die Fahnen des jüdischen Staats auf einer solchen Demonstration gezeigt wurden. Das war alles andere als ein Zufall. Weiterlesen

Zum Verbot der AG Antifa. Ein Bericht über die Proteste.

Heute wollte der Stura der Uni Halle die AG Antifa auflösen. Die Chancen standen aufgrund der Mehrheitsverhältnisse gut. Deshalb fanden sich vor der Sitzung 130 bis 140 Leute zusammen, um zu protestieren und das Hauptgebäude der Universität, in dem die Sitzung stattfinden sollte, mit Transparenten zu blockieren. Als die ersten Stura-Mitglieder eintrafen, wurden sie u.a. mit „Nazis raus!“ begrüßt: Wer eine Antifa-Gruppe, die seit mehr als 25 Jahren kontinuierlich gegen alle Arten des Antisemitismus, Neonazis, Fremdenfeindlichkeit und andere antiaufklärerische Entwicklungen angeht und antifaschistische Strukturen gerade aufgrund ihrer Anbindung an den Stura immer deutlich gestärkt hat, betreibt objektiv Anti-Antifa-Arbeit. An diesen Vorwurf müssen sich die entsprechenden Stura-Fraktionen, ihre Mitglieder und Mitläufer gewöhnen.

Die Hauptprotagonisten des Verbotsantrags (eine Koalition aus Offener Linker Liste, Juso-Hochschulgruppe und Grüner Hochschulgruppe) wirkten jedenfalls konsterniert; die Versuche einen anderen Raum zu erhalten, schlugen fehl – vielleicht auch, weil sicherheitshalber auch einige andere Uni-Gebäude blockiert wurden. Letztendlich begrüßte der Stura-Vorsitzende Anton Borrmann (keine Namenswitze!) von der Offenen Linken Liste die Polizei, damit sie den friedlichen Protest auflöst und den Uniplatz räumt. Die Beamten konnten sich allerdings nicht dazu durchringen, eventuell deshalb, weil der Aufwand zu groß gewesen wäre, eventuell auch, weil es keine Rechtsgrundlage gab. Auch wenn Borrmann, Felix Stock und wie sie alle heißen immer wieder unter Beweis stellen, dass sie anderer Meinung sind, muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

Als sich nach anderthalb Stunden so viele Stura-Mitglieder entfernt hatten, dass die Sitzung nicht mehr beschlussfähig gewesen wäre, wurde die Blockade aufgegeben und eine kurze Spontandemonstration durchgeführt. Hier tat die Polizei, was sich Borrmann, Stock und Co. schon früher gewünscht hätten: Sie knüppelte in den Demozug und versuchte die Transparente zu beschlagnahmen. Wir haben den Angriff erfolgreich abgewehrt, die Transparente konnten in Sicherheit gebracht werden. Ein Genosse wurde wegen vermeintlichem Widerstand gegen die Staatsgewalt kurzzeitig festgenommen, ist aber wieder auf freiem Fuß.

Das Fazit: Die Blockade war erfolgreich, die Anti-Antifa im Stura wurde mit Protesten konfrontiert und die Auflösung der AG Antifa konnte verschoben werden. Dieser Erfolg wird allerdings nicht lange andauern. Die treibenden Kräfte des Verbots-Antrags werden vermutlich demnächst eine Online-Sturasitzung einberufen, um Proteste zu verhindern. So geht Demokratie. Das Verbot der AG Antifa und die Gleichschaltung des Stura sollen auf jeden Fall so schnell wie möglich durchgeführt werden. Wir hoffen fest darauf, dass die AG Antifa weitermacht, ob im oder außerhalb des Stura. Antifaschismus lässt sich nicht verbieten: weder von säuberungswütigen studentischen Sozialdemokraten und Grünen, die sich hier schon mal auf ihre spätere Rolle als Personalchefs, Propagandisten der weiteren Verschärfung von Hartz 4 oder Gazprom-Aktionäre vorbereiten, noch von den knüppelnden Polizisten, die sie zu ihrer Unterstützung rufen.

Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten.
Wer war mit dabei?
Die grüne Partei!

Antifas aus Halle

weitere Informationen:

weitere Presseartikel auf agantifa​.com

 

Das ostdeutsche Gefühl. Warum es zu wenig ist, nur gegen Uwe Steimle zu demonstrieren.

Folgendes Flugblatt, das wir eigentlich als Redebeitrag halten wollten aber nicht durften, verteilten wir gestern auf der Kundgebung vom Bündnis gegen Rechts Halle, die sich gegen den Auftritt Uwe Steimles im Steintor-Varieté richtete:

Das ostdeutsche Gefühl

Warum es zu wenig ist, nur gegen Uwe Steimle zu demonstrieren

Laut Ankündigungstext protestieren wir heute hier, weil mit Uwe Steimle ein Verschwörungstheoretiker und AfD-Sympathisant im Steintor-Varieté auftritt. Das finden auch wir nicht schön; für viel skandalöser halten wir es jedoch, dass nicht schon vor zehn oder 15 Jahren eine Kundgebung gegen ihn stattgefunden hat. Das war die Zeit, in der Steimle noch der Haus- und Hofkabarettist des Mitteldeut- schen Rundfunks (MDR) war und zu den Dauer- gästen der MDR-Talkshow „Riverboat“ gehörte. Seine damaligen Aussagen unterschieden sich nämlich kaum von den heutigen.Steimle präsentierte sich als Repräsentant der „belogenen und betrogenen“ Ossis, die Opfer einer gemeinen Intrige böser Wessis, Bosse oder Kapitalisten seien, schimpfte auf „Ohmehriga“ (sächsisch für: Amerika) und gegen „die da oben“. „Wir werden für blöd verkauft“, erklärte er bereits 2015 in einem Interview, hierzulande herrsche „keine Demokratie“, die Bundesrepublik sei „nur anders, aber nicht besser“ als die DDR. Weiterlesen

Kundgebung anlässlich der Eröffnung der »documenta 15« in Kassel am 18. Juni 2022

Solidarität mit Israel –
Dem Antisemitismus entgegentreten –
Stoppt BDS

Dem Israelboykott keine Bühne auf der mit Steuergeldern finanzierten documenta 15

18. Juni 2022, 14:00
Friedrichsplatz, Kassel
fb​.me/​e​/​3​u​d​o​d​J​MB2

Aufruf zur Kundgebung anlässlich der Eröffnung der »documenta 15« Weiterlesen

Antifaschistische Liste in den StuRa wählen

„Wenn Wahlen was verändern würden, wären sie verboten“ – dieser Spruch empfing in den Neunziger- und Nullerjahren als prominent platziertes Graffito die Ankommenden am Hauptbahnhof in Halle und dürfte zugezogenen Linken und autochthonen Ossis gleichermaßen als Leitsatz gedient haben. Nicht zufällig blieb er über viele Jahre sichtbar; seine scheinbare Radikalität erzürnte in der Provinz kaum jemanden. Der Grund für die breite Zustimmung quer durch politische Milieus lag dabei sicher auch in seiner Beliebigkeit und Einfachheit, dabei ist er wahr und falsch zugleich.

Diese Woche jedenfalls ist er falsch. An der hallischen Uni sind StuRa-Wahlen und dabei wird jenes Gremium neu gewählt, das mit der absoluten Mehrheit von Grüner Hochschulgruppe, Jusos und der Offener Linker Liste, ein totalitäres Cancel-Regime geschaffen hat und damit im letzten Jahr zum Vorhof der Wokeness-Hölle wurde. Schaut man an andere Unis, insbesondere in UK und den USA, dürfte die Gängelung verschiedener AK’s, allen voran der Auflösungsantrag der geschätzten AG Antifa, nur der Aufgalopp für weitere Runden im Pronomentheater gewesen sein. Deshalb, wer kann: Beteiligt euch an der StuRa-Wahl, unterstützt die Antifaschistische Liste oder andere, die sich dem Feldzug gegen kritisches Denken entgegenstellen.
 

 

Bonjour Tristesse #25 (Sonderausgabe 2022)

Kurzmitteilung

Leseempfehlung:
Bonjour Tristesse 25/2022

»Vor wenigen Tagen ist die 25. Bonjour Tristesse als Sonderausgabe erschienen. In dieser Ausgabe veröffentlicht die Redaktion sowohl die Vorträge der Referenten der AG Antifa, die Anlass für einen Auflösungsantrag gegen den Stura-Arbeitskreis waren, als auch eine Reihe ausgewählter Texte, die die totalitären Entwicklungen in und um den hallischen Stura dokumentieren.« (facebook​.com/​r​e​d​a​k​t​i​o​n​b​o​n​j​o​u​r​t​r​i​s​t​e​s​se/)

Das gedruckte Heft liegt an den bekannten Orten in Halle und Leipzig aus.
Download [PDF] Bonjour Tristesse 25/2022

Inhalt dieser Ausgabe:
 

Bericht zur Demonstration „Raise your sheltered middle class kids voices against all who have even the slightest doubt“

  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)
  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)
  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)
  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)
  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)
  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)
  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)
  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)
  • Demonstration »Raise your voice against Terfs« (14.04.2022, Halle/Saale)

Raise your voice against Terfs – unter diesem Motto rief das »radikale Flintakollektiv Ost« am 14.04. zur großen Pronomenparade. Man wolle die linke Szene und Räume in der Stadt vom Konglomerat trans‑, islam- und sexworkerfeindlicher Gruppen intersektional zurückerobern. So versammelten sich ca. 80 Personen der örtlichen Erweckungsbewegung vor dem Steintor. Im Vorfeld der Demo tauchten vermehrt Schmierereien wie »Terfs jagen« »Terfs boxen« etc. auf. Das radikale Flintakollektiv, darunter Gestalten die im örtlichen Zivilgesellschaftsnetzwerk die lammfromm Engagierten mimen, privat aber den Straßenkampf herbeisehnen, blies zur großen Szenesäuberung. Dies nahmen die AG No tears for krauts, die feministische Gruppe Artemis und Einzelpersonen zum Anlass der vorgegebenen Militanz auf den Zahn zu fühlen. Das Flintakollektiv ließ sich nicht lumpen und entsandte genau einen (!) Späher um sich zu wappnen. Trotz beachtlicher Vorsichtsmaßnahmen schauten die radikalen und militanten Flintas blöd aus der geschmacklos zusammengetragenen Vintagewäsche, als ca. 40 Personen, ohne Bemühungen ihre Absichten zu verbergen, in die Demo einsickerten und diese sogleich übernahmen. Ein sichtlich angefressener Felix (vielleicht tageszeit- und wetterabhängig auch Klara) Stock wandte sich unmittelbar radikal und militant an die Polizei um die Störer der Demo verweisen zu lassen. Nachdem dieser Wunsch nicht erfüllt wurde, war das Awarenessteam vor allem damit beschäftigt dem versammelten Publikum das Lesen der mitgebrachten Flyer zu untersagen. Weil man wusste, dass die eigene Veranstaltung von jenen übernommen wurde, denen man über Monate Prügel anbot, unternahm man einige halbherzige Versuche zu schubsen und das mitgebrachte Transparent der AG NTFK zu entreißen. Schließlich beschränkte man sich darauf das Transparent zuzustellen, war aber mit unseren professionellen Polonaisekünsten überfordert. Einmal übernommen, entschieden wir uns dazu die Demo mit Transparent als Frontblock anzuführen, ganz zum Ärger der Flintas, von deren Radikalität nur Schweigen und Zerknirschtheit blieben. Um nicht in den Verdacht zu geraten ernsthaft ein Teil der Pronomenparade zu sein, haben wir die Demo selbstbestimmt auf der Ludwig-Wucherer Str. verlassen.

Flugblatt AG NO TEARS FOR KRAUTS:
Die verfolgende Unschuld

 

Die verfolgende Unschuld

Zur Demonstration „Raise your sheltered middle class kids voices against all who have even the slightest doubt“

Die AG „No Tears for Krauts“ hat es bisher vermieden, sich zu den Umtrieben der örtlichen Butler-Jugend zu äußern. Wie sich Leute „identifizieren“ oder „gelesen werden“, die durch ihre öffentlichen Stellungnahmen und Beschuldigungen nahelegen, dass sie selbst gar nicht richtig lesen können, ist uns herzlich egal. Wir bezeichnen sie allein schon aus Gründen der Höflichkeit als das, als das sie bezeichnet werden wollen – und gern auch noch als einiges andere dazu. Darüber hinaus wollen wir nichts mit den Kinderkreuzzügen verwöhnter Mittelstandskids zu tun haben, die auf dem Rücken des tatsächlich oft großen Leidensdrucks und der Diskriminierung von Transpersonen ihren Narzissmus ausleben. Darum auf diesem Weg auch nur ein paar wenige Worte zum Nachdenken, Weiterdenken, Ergänzen – und um den nächsten Transphobievorwurf basteln und uns die Fördergelder entziehen zu können, die wir nicht haben und auch nicht brauchen. Weiterlesen